Aktuelles Lehrangebot
BVM 2c Gilles Deleuze: Poststrukturalistische Literaturtheorie
Der französische Philosoph Gilles Deleuze (1925-1995) gilt als eine der zentralen Figur der sogenannten French Theory, der postmodernen bzw. poststrukturalistischen Theorie. Gemeinsam mit dem Psychiater Félix Guattari entwickelte Deleuze eine kritische Theorie, die das Subjekt in der postmoderne neu zu bestimmen suchte. Neben philosophischen Monografien zu Nietzsche, Kant, Bergson, Spinoza und Leibniz verfasste Deleuze (meist mit Guattari) auch Texte zu zentralen literarischen Diskursen, Autoren und Texten: Kafka. Für eine kleine Literatur oder Proust und die Zeichen sind nur zwei der Texte, die wir in diesem Seminar diskutieren wollen. Es geht also um eine postmoderne bzw. poststrukturalistische Literaturtheorie und Kritik zwischen Marxismus, Kapitalismuskritik, Diskurs- und Psychoanalyse sowie Semiotik, die verstreut im Oeuvre Deleuzes formuliert wird. Dabei geht es einerseits um einen Einblick in die Geschichte dieser theoretischen Strömung und andererseits um ihr Nachwirken für eine gegenwärtige Literaturtheorie.
- Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 14.04.2026 - 21.07.2026) - 2321.U1.46 (Z 109)
BVM2c Einführung in die Cultural and Literary Plant Studies
Im Seminar Einführung in die Cultural and Literary Plant Studies widmen wir uns dem Spannungsverhältnis von Pflanzen und Literatur. Spätestens seit der Ausdifferenzierung der Botanik als naturwissenschaftliche Disziplin um 1800 zirkuliert in Literatur ein Wissen über Pflanzen, das über den metaphorischen oder symbolischen Gebrauch hinaus geht. Deshalb fragen wir nach der Bedeutung von Pflanzen für Literatur und in Literatur, aber auch nach ihrem kritischen und subversiven Potential, ihrer Agency. Ausgehend von Goethes Die Metamorphose der Pflanzen bis zum Gegenwartsdiskurs eines öko-sensiblen Nature writing diskutieren wir zentrale Texte des Forschungsansatzes anwendungsbasiert. Es geht um die Geschichte dieser Forschungsrichtung, ihren Prämissen und Bezugspunkte zu anderen nichtliterarischen Diskursen sowie ihrem kritischen und poetischen Potential für die Gegenwartsgermanistik.
- Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 14.04.2026 - 21.07.2026) - 2421.03.26
BVM2c: Gender und Autor:innenschaft
In den letzten Jahren konnte aus literaturwissenschaftlicher Sicht beobachtet werden, wie soziale Medien, die zur Selbstinszenierung aufrufen, zunehmend Einfluss auf den Literaturbetrieb nehmen. Konstatiert wurde ein ‚Boom‘ autofiktionaler und intimer Schreibweisen, die die Konstruktion des Autor:in-Subjekts in knapper und fragmentierter Form hervorheben und Autor:innenschaft seit den poststrukturalistischen Diskursen (Barthes, Foucault) neues Gewicht zu verleihen scheinen. Insbesondere weibliches Schreiben rückt in sozialen Medien als ambivalenten Räumen in den Fokus: Einerseits zirkulieren hier – u.a. aufgrund des Erstarkens neurechter Kräfte – misogyne Hassbotschaften, während andererseits Foren (netz-)feministischen und inklusiven Austauschs entstehen.
\nDas Seminar verbindet grundlegende und aktuelle Positionen zur Autor:innenschaft mit gender- und medientheoretischen Ansätzen, um zu diskutieren, inwiefern digitale Plattformen wie Instagram und TikTok neue literarische Formen generieren, die in analoge Buchpublikationen übersetzt werden und an Konstruktionen von Weiblichkeit mitwirken.
- Montag, 14:30 - 16:00 (Einzeltermin, 13.04.2026 - 13.04.2026) - 2421.00.90 (Z 23)
- Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 20.04.2026 - 20.07.2026) - 2321.00.44
Forschungskolloquium
- Montag, 18:00 - 20:00 (wöchentlich, 13.04.2026 - 20.07.2026) - 2453.01.81
Kolloquium BA/MA
Das Kolloquium richtet sich an die Studierende, die ihre Abschlussarbeit (BA, MA) in der NDL schreiben. Vermittelt werden wissenschaftliche Arbeits- und Schreibtechniken. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten die Möglichkeit, ihre Arbeiten und Projektideen im Kolloquium vorzustellen. Gemeinsam wollen wir literaturwissenschaftliche Fragen entwickeln, denen moderne Textgeneratoren ratlos gegenüber stehen und die die wissenschaftliche Kreativität anregen.
- Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 13.04.2026 - 20.07.2026) - 2453.U1.81
LÜ: Praxis des literarischen Schreibens /Stilistikum
Das Stilistikum lädt dazu ein, die Grundlagen der Stilistik zu erlernen und zugleich die Kritikfähigkeit gegenüber der eigenen literarischen Produktion zu schärfen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was literarischer „Stil“ ist und wie dieser durch den bewussten Einsatz von sprachlichen Mitteln geformt werden kann. Besonderheiten rhetorischer Figuren, Lexik, Syntax, Register, Metrik und Textstruktur werden gemeinsam untersucht und in praktischen Übungen umgesetzt.
- Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 17.04.2026 - 24.07.2026) - 2453.U1.81
MFM 2a/b / MFM 4a/b Theatertexte der Gegenwart
Das Drama lebt – und ist formal wie inhaltlich so vielfältig wie nie. In den Spielzeitprogrammen der Theater finden sich weiterhin neu erzählte Klassiker von Schiller, Kleist oder Brecht, zugleich aber auch zahlreiche zeitgenössische Texte von etablierten Autor*innen und jungen Dramatiker*innen. Theatertexte folgen längst keinen festen Formen mehr: Statt langer Versdramen dominieren Prosa, Dialoge und Monologe, aber auch Lyrik, Spoken Word und hybride Formate. Das Theater ist ein Ort des Experiments und Spiels – auch sprachlich. Worte werden zerfetzt, collagiert und neu zusammengesetzt, Figuren lösen sich auf, Sprechpositionen bleiben oft bewusst unklar. Andere Autor*innen wiederum denken das Well-Made-Play neu und verbinden traditionelle Dramaturgien mit Themen aus digitalen Medien und Popkultur. Während Nele Stuhler in ihren Texten einzelne Wörter zerlegt und umdeutet, geht Ewe Benbenek in ihren Stücken Fragen der postmigrantischen Identität nach. Elfriede Jelinek reagiert mit ihren Textflächen in Rekordzeit auf gesellschaftliche Veränderungen und Sarah Kilter referiert über Bushido und Jan Böhmermann.
\nViele wissen nicht, dass in Düsseldorfs Nachbarschaft Mülheim an der Ruhr das wichtigste Festival für deutschsprachige Gegenwartsdramatik stattfindet: Jedes Jahr werden zu den Mülheimer Theatertagen die herausragendsten Stücke einer Spielzeit eingeladen, um am Ende das beste Stück mit dem Mülheimer Dramatikpreis zu küren. In unserem Seminar wird ,Gegenwart‘ also als die ,letzten Monate bis heute‘ verstanden: Gemeinsam lesen wir die in Mülheim nominierten Texte dieser Spielzeit. Auch besuchen wir eine Inszenierung und schauen uns die öffentliche Jurysitzung an, die den besten Text prämiert. Wir beginnen mit Texten der Preisträgerin des letzten Jahres, Maria Milisavljevic.
- Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 13.04.2026 - 20.07.2026) - 2421.03.26
MFM 4Sa/b Achim und Bettina von Arnim
Achim von Arnim (1781-1831) und seine Frau Bettina geb. Brentano (1785-1859) haben die deutsche Romantik entscheidend mitgeprägt. Während Arnim zu Lebzeiten eine Fülle unterschiedlichster Werke schrieb, veröffentlichte Bettina ihre Briefromane erst nach dem Tod ihres Ehemanns; ihr schriftstellerisches Leben vor und während der Ehe dokumentieren aber viele Briefe, die zu den farbigsten und geistreichsten der Zeit gehören. Das Seminar behandelt Briefe und Prosa beider Arnims.
\nArnims unkonventionelles und phantasievolles Schreiben hat die Leser lange Zeit verunsichert, weil es ihnen zu "wild" erschien. Erst in den letzten Jahrzehnten ist die Eigenart dieses Schreibens gewürdigt und der märkische Romantiker sogar als Zentralfigur zur Beschreibung des Lebens in Berlin um 1810 dargestellt worden (Theodore Ziolkowski, 2002). Im Mittelpunkt von Arnims Prosa stehen die Erzählungen "Isabella von Ägypten", "Der tolle Invalide von Ratonneau", "Die Majoratsherren". Dazu sollen behandelt werden: das große Volkspoesieprojekt "Des Knaben Wunderhorn", das die Lyrik des 19. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst hat und heute dem kulturellen Gedächtnis verlorenzugehen droht, sowie die Briefe, die Arnim, Clemens Brentano und Bettina miteinander gewechselt haben.
\nMit Bettina von Arnim, der Schwester Clemens Brentanos, lebte Arnim in einer spannungsvollen zwanzigjährigen Ehe. Ihre sehr eigenwillige und geistreiche, sozialpolitisch wache Sicht der Dinge hat Bettina in großen Briefromanen mitgeteilt, die Auskunft geben über das romantische Ungenügen an der zeitgenössischen Wirklichkeit und den daraus hervorgehenden Veränderungsimpuls. Sie umfassen den Austausch mit ihrem Bruder Clemens, behandeln die Freundschaft zu der Dichterin Karoline von Günderrode und vor allem ihre spektakuläre Goethe-Verehrung, die sich in ihrem Werk "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde" niederschlug.
- Montag, 09:00 - 13:00 (Einzeltermin, 13.04.2026 - 13.04.2026) - 2421.03.61
- 10:00 - 16:00 (Blockveranstaltung + Sa und So, 09.05.2026 - 10.05.2026) - 2321.01.27 (Z 48)
- 10:00 - 16:00 (Blockveranstaltung + Sa und So, 13.06.2026 - 14.06.2026) - 2321.01.27 (Z 48)
MGM 2a/b / MGM 4a/b Lyrik und Hermeneutik
Die aus dem Deutschunterricht bekannte Frage, was uns das Gedicht sagen will, geht von einer festen Bedeutung aus. Das ist irreführend. Tatsächlich wird die Bedeutung erst in der Interpretation gewonnen und hängt nicht wenig von der Person ab, die interpretiert. Ihr moralischer Standpunkt lenkt die Auslegung. Die Interpretation wird im Seminar als kreative Form der Aneignung von Texten wie das Übersetzen oder Adaptieren für andere Medien verstanden. Im Unterschied zur Übersetzung und Adaption von Texten muss jedoch eine Interpretation für andere nachvollziehbar und wissenschaftlich abgesichert sein, damit sie nicht willkürlich ist. Lyrische Texte eignen sich wegen ihrer Kürze und buchstäblichen Überschaubarkeit – sind sie doch oft wie ein Bild in einem Blick erfassbar – besonders gut für die Interpretation. Im Seminar erörtern wir kritisch ausgewählte Interpretationen zu Gedichten von Johann Wolfgang Goethe, Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Zugleich stellen wir die Grundsätze und Methodik unseres eigenen Interpretierens zur Diskussion.
\n\nDas Seminar schließt an meine im Sommer 2025 gehaltene Vorlesung zu den Elementen der Lyrik an.
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- Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 13.04.2026 - 20.07.2026) - 2453.U1.81
MMA 4M/S Masterkolloquium Germanistik IV (Mündlichkeit und Schriftlichkeit)
Das Kolloquium richtet sich primär an Studierende, welche ihre Masterarbeit in den Bereichen Mündlichkeit und Schriftlichkeit schreiben wollen. Es soll ihnen Gelegenheit geben, ihre Arbeiten vorzustellen, gemeinsam zu diskutieren und eventuell auftretende Probleme zu besprechen. Damit leistet es eine wichtige Hilfestellung bei dem nicht immer ganz einfachen Prozess, eine längere akademische Arbeit zu verfassen. Darüber hinaus sollen gegebenenfalls zentrale Texte und Theorien aus den Bereichen Mündlichkeit und Schriftlichkeit besprochen werden. Auch aus diesem Grund sind alle Interessenten an einer wissenschaftlichen Beschäftigung mit diesem Thema − unabhängig von der Semesterzahl − herzlich willkommen.
- Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 14.04.2026 - 21.07.2026) - 2453.U1.81
Schreibseminar und -beratung Germanistik
Essays, Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten - wissenschaftliches \nSchreiben ist ein wesentlicher Bestandteil für ein erfolgreiches \nStudium. Viele Studierende stellt diese Aufgabe jedoch vor große \nHerausforderungen: Wie finde ich ein geeignetes Thema und eine sinnvolle\n Gliederung für meine Arbeit? Was muss ich bei einem akademischen \nSchreibstil beachten? Wie zitiere ich korrekt? Und wie strukturiere ich \nmeinen Zeitplan am effektivsten, um nicht in die Prokrastinationsfalle \nzu tappen? Das Schreibseminar widmet sich den individuellen \nBedürfnissen und Problemerfahrungen der Studierenden und unterstützt sie\n semesterbegleitend durch Wissensvermittlung, Übungen und die gemeinsame\n Diskussion ihrer aktuellen Schreibprojekte während aller Phasen von der\n Idee bis zum wissenschaftlichen Text. Dazu gehören Themen wie:
- Themenfindung und Entwicklung der Fragestellung
- Arbeitseinteilung und Zeitmanagement
- Literaturrecherche
- Umgang mit Forschungsliteratur
- Gliederung und Argumentationsstruktur
- Wissenschaftliches Formulieren und Zitieren
- Hilfe bei Schreibblockaden
Keine falsche Scheu oder Scham!
Viele\n Studierende nehmen die Angebote der Schreibberatung erst nach langen \nLeidenswegen wahr und schämen sich für Schreibschwierigkeiten, die ihre \nKommilition*innen vermeintlich nicht zu kennen scheinen. Dabei sind Sie \nmit Ihren Problemen keinesfalls allein: Jede*r Schreibende trifft im \nPlanungs- und Umsetzungsprozess auf kleinere oder größere Hindernisse, \ndie es zu bewältigen gibt. Dabei Unterstützung in Anspruch nehmen zu \nmüssen, ist kein Zeichen von Schwäche oder mangelnder Eignung für ein \nStudium. Die Schreibberatung gibt Ihnen in einer vertraulichen und \nlockeren Atmosphäre nicht nur die Möglichkeit, die Ursachen Ihrer \nSchreibschwierigkeiten zu reflektieren und diese mit gezielten \nStrategien angehen zu können, sondern soll Ihnen auch den Blick für \nbereits bestehende Stärken öffnen.Das Schreibseminar ist auf die \nAnforderungen und Arbeitsweisen der Germanistik ausgerichtet, \nStudierende aller Fachrichtungen und Studienstufen sind herzlich \nwillkommen!
- Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 16.04.2026 - 23.07.2026) - 2453.U1.81