Vortrag im Forschungskolloquium von Prof. Dr. Anja Oesterhelt
Emanzipation als Generationenprojekt. Literarische Zugehörigkeit(en) in Jüdischen Familienromanen zwischen 1871 und 1918
Das Dissertationsprojekt Emanzipation als Generationenprojekt. Literarische Zugehörigkeit(en) in jüdischen Familien- und Generationenromanen zwischen 1871 und 1918 untersucht deutsch-jüdische Familien- und Generationenromane zwischen 1871 und 1918 als literarische Aushandlungsräume von Zugehörigkeit, Fortschritt und sozialer Teilhabe. An Texten von Fanny Lewald, Berthold Auerbach, Friedrich Fürst Wrede sowie Ulla Wolff-Frankfurter, Georg Hermann und Auguste Hauschner fragt das Projekt, wie jüdische Emanzipation, Frauenemanzipation und familiale Ablösung über Generationen hinweg erzählt werden. Im Zentrum steht der jüdische Familienroman um 1900 als Poetik des „Noch nicht“: Zugehörigkeit erscheint als ersehnt, umkämpft und literarisch immer neu herzustellen.