Vergangene Projekte

Connectivity in texts: the case of associative anaphora (in cooperation with FrameNetInternational Computer Science Institute, Berkeley)

Within the framework of this project several empirical studies on associative anaphora are conducted. Concentrating on the resolving process of associative anaphora, the studies try to gain empirical evidence of the involved representational and procedural aspects. By integrating findings of both experiential and corpus-based studies the project aims at developing a cognitive-linguistic theory (within the realm of construction grammar and frame semantics) of domain-bound reference. Overall, it addresses four issues:

  • In how far does the nature of associative anaphora differ from the nature of other anaphora types (such as direct pronominal or direct complex anaphora)?
  • Is there empirical evidence for the hypothesis that both semantic and conceptual information have different impacts on the conceptualization process?
  • Supposing that frequency, conventionality and prototypicality of anaphoric referential relations give rise to different degrees of entrenchment, what role does cognitive salience play in setting up the relations?
  • Which cognitive principles and operations guide the conceptualization process?

Instead of relying on introspection, the research project adopts the view that converging evidence is necessary in order to gain reliable findings (cf. Langacker 2008: 85). The working hypotheses are: (i) With respect to representational aspects, the conceptualization of associative anaphora is generally motivated by schema-based processes (Fillmore 1985, Ziem 2008, Busse 2012); (ii) with respect to procedural aspects, the conceptualization can be adequately explained by means of frame integration and conceptual blending, that is, composition, completion, and elaboration (Fauconnier/Turner 1998). In this view, it is thus neither necessary nor psychologically realistic to presume different cognitive schemas and mechanisms.

DFG-Forschungsprojekt Sprachliche Konstruktion von Krisen in der BRD von 1973 bis heute 

Ziel des inzwischen abgeschlossenen DFG-finanzierten Korpusprojektes (Laufzeit 10/2010-10/2012), das ich zusammen mit Prof. Dr. Martin Wengeler (Trier)geleitet habe , ist es, in einer Längsschnittstudie auf der Basis großer Textkorpora zu zeigen, wie wirtschaftliche und sozialpolitische „Krisen“ seit 1973 öffentlich konstruiert und verhandelt werden, um so einerseits korpuslinguistische Methoden für quantitative Auswertungen von Texten (weiter) zu entwickeln und andererseits zugleich einen Beitrag zur neueren Sprach- und Mentalitätsgeschichte zu leisten. Gegenstand der groß angelegten Korpusstudie ist ein Textkorpus, das ca. 11.000 geparste Texte umfasst. Quantitative Auswertungen und multifaktorielle Annotationen erlaubt der Einsatz der IMS Corpus-Workbench sowie einer den spezifischen Anforderungen angepasste MySQL-Datenbank mit PHP-Webinterface.

„Krisen“ sind – als ein aktuell äußerst öffentlichkeitswirksames und vielschichtiges Thema – auf Vermittlung durch Komplexität reduzierende (Massen-) Medien angewiesen. Zugleich prägt und gestaltet aber die mittels Sprache und Bilder vermittelte Darstellung die ‚Fakten‘ des jeweiligen Gegenstandsbereichs. Dies gilt gerade auch im Fall politisch relevanter Einschätzungen dessen, was als gesellschaftliche „Realität“ und „Wahrheit“ wahrgenommen wird. Am Beispiel von wirtschafts- und sozialpolitischen „Krisen“ soll in diesem Projekt ein Phänomen untersucht werden, das sich seit 1973 wie ein roter Faden durch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zieht und die neuere (Sprach)Geschichte durchgehend und nachhaltig geprägt hat (und sie immer noch prägt).

Die Projektidee ist im Rahmen der Wissensdomäne Geschichte – Politik – Gesellschaft entstanden, die Bestandteil des Forschungsnetzwerkes Sprache und Wissen: Probleme öffentlicher und professioneller Kommunikation ist. Im Kontext des Netzwerkes untersuchen überwiegend linguistische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Versprachlichung und Konstituierung fachspezifischer Gegenstände und Sachverhalte.

DFG-Forschungsnetzwerk Methoden und Methodologien der Diskusanalyse (2008-2010/11)

Von 2008 bis 2010/11 habe ich zusammen mit Johannes Angermüller (Soziologie, Magdeburg) und Martin Nonhoff (Politikwissenschaft, Bremen) das DFG-finanzierte Forschungsnetzwerk Methoden und Methodologien der Diskursanalyse geleitet. In dem Forschungsnetzwerk, das derzeit als lockerer Forschungsverbund weiter arbeitet, kommen deutschsprachige DiskursforscherInnen aus den Sozial- und Sprachwissenschaften zusammen. Regelmäßige Treffen dienen der Zusammenführung der vielfältigen disziplinären und nationalen Tendenzen im Bereich der Diskursanalyse.


Im Rahmen des Netzwerkes entstehen derzeit ein Wörterbuch zur interdisziplinären Diskursforschung sowie ein Kompendium Methoden der Diskursanalyse. Das Wörterbuch umfasst ca. 700 Lemmata aus den Bereich Poststrukturalismus, Frame- und Kognitionslinguistik, Aussagenanalyse, Sprechakttheorie, Pragmatik, Hegemonietheorie, Critical Discourse Analysis, Konversationsanalyse, Soziolinguistik, Ethnographie der Kommunikation. Das Kompendium behandelt aktuelle Forschungstendenzen und Theorieansätze und stellt am Beispiel des Hochschulreformdiskurses ein integratives Modell zur empirischen Diskursanalyse vor.

Mitarbeit am Forschungsprojekt Sensory Semantics and the Semantics of Taste

Bis Ende 2008 habe ich zusammen mit Heike Behrens (Basel) das kognitionswissenschaftlich ausgerichtete Teilprojekt des interdisziplinären Forschungsprojektes Sensory and the Semantics of Taste geleitet. Gegenstandsbereich des Projektes, in dem Linguisten, Lebensmittelsensoriker und Kognitionswissenschaftler kooperieren, ist der Geschmackswortschatz des Deutschen. Seit April 2008 wird es von der Gebert Rüf Stiftung gefördert.Unser kognitionslinguistischer Teil beschäftigt sich mit der Frage, mithilfe welcher sprachlichen und kognitiven Mechanismen Geschmacksempfindungen in Worte gefasst werden. Ausgangspunkt meiner Untersuchungen war der Befund, dass es im Deutschen nur sehr wenige genuine Geschmacksausdrücke gibt (nämlich bitter, sauer, salzig, süß). Mit Blick auf Geschmacksausdrücke wurden (i) historisch-semantische Aspekte der Bedeutungsbildung, (ii) konventionelle Aspekte der Bedeutungsbildung sowie (iii) Bedeutungskonstruktionen durch Metaphern und Metonymien systematisch untersucht. Datengrundlage bildeten verschiedene Korpora, insbesondere historische und gegenwartssprachliche Wörterbücher sowie die Textsammlung des deutschen Referenzkorpus COSMAS II, das das Institut für deutsche Sprache im Mannheim bereitgestellt wird.

Angewandte Diskursforschung: öffentlicher Sprachgebrauch (am Beispiel der Hochschulreform)

Bei diesem Forschungs- und Publikationsprojekt handelt es sich um die Fortsetzung des DFG-finanzierten Projektes „Methoden und Methodologien der Diskursanalyse“, das ich zusammen mit dem Soziologen Prof. Dr. Johannes Angermüller (Mainz) und dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Martin Nonhoff (Bremen) von 2008-2010 geleitet habe. Ein wichtiges Ergebnis des Projektes ist ein knapp 700 Einträge umfassendes „Wörterbuch zur interdisziplinären Diskursforschung“, das bei Suhrkamp erscheinen wird. 

Im Rahmen des Anschlussprojektes ist inzwischen ein Wörterbuch zur interdiszplinären Diskursforschung (Suhrkamp 2014, hrsg. v. Wrana, Ziem, Reisigl et al.) und ein zweibändiges Handbuch zur Diskursforschung (transcript 2014) entstanden. Die Studien knüpfen an methodologische Vorarbeiten an und stellt verschiedene methodische Zugänge – von der Ethnographie bis zu quantitativen Korpusanalysen – vor, um die vielschichtigen Kommunikationsprozesse in verschiedenen Diskursdomänen zu untersuchen. Der empirische Teil des Handbuches basiert auf einem multimodalen Korpus im Umfang von ca. 8.000 Texten. Unter der Mitarbeit von über 30 WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachdisziplinen (wie der Soziologie, Sprachwissenschaft, Informatik/Computerlinguistik, Medienwissenschaft, Politikwissenschaft und den Erziehungswissenschaften) umfasst es Beiträge zur Subjektpositionsanalyse, ethnographischen Diskursanalyse, multimodalen Diskursanalyse, Strategem-Analyse, mikrosoziologischen Kontextualisierungsanalyse, Biographieforschung, Äußerungstheorie, Lexikometrie, poststrukturalistische Figurationsanalyse, soziolinguistischen und interdiskursiven Analyse sowie zur politikwissenschaftlichen Frame-Untersuchungen.

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