Die Indizierung referentieller Zugänglichkeit im Deutschen

Die Indizierung referentieller Zugänglichkeit im Deutschen: Wie (und inwieweit) korrelieren Referenzausdruckstypen mit der vorausgesetzte adressatenseitigen Identifizierbarkeit ihrer je­weils intendierten Referenten?

Projektleiter: Dr. Detmer Wulf

Die Projektidee ist innerhalb der sogenannten Accessibility Theory verortet. Zentrale These der Accessibility Theory ist, dass die adressatenseitige Auflösung der intendierten Referenz eines aktuell verwendeten Referenzausdrucks primär über dessen Form erfolgt (z.B. indefinit, definit, pronominal, attributiv erweitert, ohne attributive Erweiterungen etc.).

Die Accessibility Theory geht davon aus, dass (i) eine Korrelation zwischen Referenzaus­druckstyp und vorausgesetzter adressatenseitiger Identifizierbarkeit des aktuell intendierten Referenten besteht, sowie (ii), dass die Wahl des aktuell verwendeten Ausdruckstyps primär durch Sprecherannahmen in Bezug auf die adressatenseitige Identifizierbarkeit des aktuell intendierten Referenten gesteuert ist. So wird allgemein angenommen, dass die Verwendung pronominaler Formen mit der Voraussetzung hoher adressatenseitiger Identifizierbarkeit ein­hergeht, wohingegen für die Verwendung indefiniter Formen Nicht-Identifizierbarkeit voraus­gesetzt wird. Andere Formen liegen dazwischen, sodass Accessibility nicht dichotomisch, sondern skalar begriffen wird.

Zentraler Gegenstand des geplanten Projekts ist eine Überprüfung der Anwendbarkeit ein­schlägiger Accessibility-Status-Kategorien auf Sprachdaten des Deutschen. Hierbei ist vor allem auch eine Überprüfung und Bestätigung – oder möglicherweise auch Relativierung – der allgemein angenommenen Korrelation zwischen Ausdruckstyp und Accessibility-Status von Interesse.

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