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Aktuelles Lehrangebot

BBAM 2/BAM 2: Kolloquium zur BA-Arbeit

Im Kolloquium widmen wir uns gemeinsam Ihren Projektideen für die Abschlussarbeit. Im Zentrum stehen also die Arbeit an Ihrem Projekt und die Diskussionen um mögliche Fragestellungen, Teilschritte oder Herausforderungen der Bachelorarbeit.

 

Mit Blick auf Ihr individuelles Projekt erarbeiten wir uns in strukturierter Weise die einzelnen Schritte bis zur Abschlussarbeit wie beispielsweise Themenfindung, Forschungsfrage(n), Erstellung von Mindmaps, Recherchen, Exzerpte, Argumentationsführung und Bibliographieren.

 

Das Kolloquium ist von Beginn an auf die Arbeit an der Abschlussarbeit ausgerichtet, die wir in Gruppen-, Einzel- und Peer Group-Phasen voranbringen. Eine Präsentation Ihres Projekts, inklusive Zwischenergebnisse ist dabei Teil der Veranstaltung (BN). Sie erhalten dabei nicht nur von mir Rückmeldung, sondern auch von Ihren Kommilition:innen und Ihrer Peer Group. Wir werden daneben Raum haben grundlegende Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens zu wiederholen, sofern bei Ihnen Bedarf besteht.

 

Termingestaltung:Das Kolloquium wird nicht regelmäßig wöchentlich stattfinden, sondern terminlich in Projektphasen unterteilt sein.

 

Die gemeinsamen Sitzungstermine werden die Folgenden sein:

  • 07.04.2022: Vorsprechung (12:30 bis 14:00 Uhr)
  • 21.04.2022, 12.05.2022 und 14.07.2022: Gemeinsame Sitzungen von 12:30 bis 14:00 Uhr
  • 02.06.2022 und 30.06.2022: Gemeinsame Blocktage von 12:00-18:00 Uhr

Hinzu kommen vier verpflichtende Termine in Ihrer Peer Group.

Für das erste Peer Group Treffen (in der zweiten Vorlesungswoche) hören Sie bitte folgendes Hörbuch: David Allen: Wie ich die Dinge geregelt kriege. Selbstmanagement im Alltag (2017) [z.B. Bookbeat mit Testzugang kostenlos zu hören].

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2453.01.81
  • Donnerstag, 14:00 - 18:00 (Einzeltermin, 02.06.2022 - 02.06.2022) - 2522.U1.55 (Z 42)
  • Donnerstag, 14:00 - 18:00 (Einzeltermin, 30.06.2022 - 30.06.2022) - 2522.U1.55 (Z 42)

BEM 2a Online-Vorlesung: Literaturgeschichte vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Wann beginnt eigentlich die Neuere deutsche Literatur und inwiefern unterscheidet sie sich von der Literatur des Mittelalters? In welchem Zusammenhang steht die Literaturgeschichte mit der Zeitgeschichte, mit den großen geschichtlichen Verwerfungen des Dreißigjährigen Kriegs, der Französischen Revolution und der beiden Weltkriege, aber auch mit dem sich wandelnden Alltagsleben der Menschen? Welche Rolle spielen die Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen von Literatur, die sich im Zuge der medialen Innovationen vom Buchdruck bis zum Internet immer wieder grundlegend verändern? In welchem Spannungsverhältnis stehen programmatische Entwürfe und literarische Texte? Diese und viele andere Fragen möchte die Vorlesung Literaturgeschichte beantworten, indem sie einen strukturierten Überblick über die Geschichte der Neueren deutschen Literatur von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart bietet und dabei Epochen von Barock, Aufklärung, Sturm und Drang über Klassik, Romantik und Realismus bis hin zur Moderne und Gegenwartsliteratur beleuchtet. Die Analysen der einzelnen Entwicklungsphasen anhand exemplarischer Textbeispiele sollen ein Problembewusstsein sowohl für Kontinuitäten als auch für Diskontinuitäten schaffen, so dass die Literaturgeschichte insgesamt als ein komplexes, aber systematisierbares Beziehungsgeflecht verstanden werden kann.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 13.07.2022) - 2201.HS 2A (Z 336)
  • Mittwoch, 12:30 - 16:00 (Einzeltermin, 20.07.2022 - 20.07.2022) - 2201.HS 2A (Z 336)
  • Mittwoch, 12:00 - 16:00 (Einzeltermin, 28.09.2022 - 28.09.2022) - 2321.HS 3F (Z 135)

BEM 2b / BBM 2b Einführungsseminar Gattung

Das zentrale Anliegen des Seminars ist es, anhand ausgewählter Beispieltexte in die drei Großgattungen - Dramatik, Lyrik, Epik - sowie in die Grundlagen der Rhetorik und Poetik einzuführen. Erarbeitet werden soll gemeinsam, wie sich die jeweiligen Texte im Spannungsfeld von Tradition und Innovation zu sogenannten normativen Gattungskonventionen verhalten. Thematisch wird der Fokus auf der Darstellung von Liebe und Gewalt liegen: Inwiefern werden tradierte Bilder bestätigt oder verfremdet? Welche Rolle spielen Geschlechtersemantiken und soziale Hierarchien? Interessant gestalten sich in diesem Kontext die gattungsspezifischen Darstellungsmöglichkeiten. Vor diesem Hintergrund werden wir Minna von Barnhelm (Gotthold Ephraim Lessing), Kabale und Liebe (Friedrich Schiller) und Novelle (Johann Wolfgang Goethe) lesen. Weitere Texte werden im Seminar bekannt gegeben.

  • Donnerstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2421.00.90 (Z 23)

BEM 2c / BBM 2d - Erzählexperimente in der Moderne

Die Literatur des frühen 20. Jahrhunderts ist von einer beachtlichen Zunahme innovativer Erzählverfahren geprägt. Dabei werden traditionelle Erzählformen bis ins Extreme ausgereizt und teils ganz neue Wege erschlossen. Statt einer bloß mimetischen (Re-)Konstruktion von Lebenswirklichkeiten experimentieren diese Texte mit den Möglichkeiten des Wahrnehm- und Darstellbaren; sie gestalten Realität somit auf eine neue Weise.
Ein Hauptanliegen des Seminars ist, textnah zu erarbeiten, wie das geschieht und welche Erzählstrategien dabei zur Anwendung kommen. Zudem wollen wir die erkenntnistheoretischen (und -kritischen) Implikationen dieser neuen Erzählformen diskutieren.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2321.U1.46 (Z 109)

BEM 2c / BBM 2d - Franz Fühmann

Franz Fühmann (1922-1984) war einer der wichtigsten Schriftsteller der DDR. Zu seinem 100. Geburtstag in diesem Jahr sind einige Bücher von ihm erschienen, die in der neuen Zusammenstellung bzw. Auswahl seiner Erzählungen ein von den politischen Spannungen, die zu seiner Zeit auch die Literatur bestimmten, unabhängiges Bild des Schriftstellers Fühmann vermitteln wollen. Im Seminar soll die ganze Bandbreite seines vielseitigen Werkes, Erzählungen, Science Fiction, Tagebücher, Essays und Briefe, zur Sprache kommen. In Fühmanns Werken und in seinem öffentlichen Wirken spiegelt sich die Problematik deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts auf eine faszinierende und unkonventionelle, weil individuelle Weise wider. 

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2421.03.26

BEM 2c / BBM 2d - Hermann Broch: Schriftsteller, Philosoph, Menschenrechtler

„Höchste Zeit, Broch neu zu entdecken.“ – So titelte die Welt am 30. Mai 2021 anlässlich Hermann Brochs 70. Todestages.

Wer also war Hermann Broch und warum lohnt es sich für uns, ihn auch heute und vielleicht besonders heute noch zu lesen?

Hermann Broch, der als Sohn eines jüdischen Fabrikanten 1886 in Wien geboren wurde, war sowohl Poet als auch Philosoph und er war ein unbarmherziger Beobachter und Kritiker seiner Zeit. Einer Zeit, in der politische und menschliche Abgründe das Tagesgeschehen und Brochs Leben bestimmten. Sein Werk zeichnet sich durch eine große Vielfalt und Komplexität aus.

In diesem Seminar betrachten wir Broch im Kontext seiner Zeit und werden uns mit ausgewählten philosophischen und politischen Essays, seinen unbekannteren Erzählungen und fragmentarischen wissenschaftlichen Schriften befassen. Hermann Brochs umfassendes Oeuvre soll dabei kontextualisiert und diskutiert werden.

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 04.04.2022 - 11.07.2022) - 2421.03.82 (Z30)

BEM 2c / BBM 2d - Von Gefühlen, Genies und Goethe. Die Literatur des Sturm und Drang.

Neben der Empfindsamkeit und der Romantik ist der Sturm und Drang die dritte, wichtige Strömung des 18. Jahrhunderts, die das deutsche Geistesleben prägt und die Kulturlandschaft formt. Individualität, Genialität, aber auch Streben zum 'Einfachen' und 'Echten' sowie die Abwendung von der als angestaubt und starr erachteten Aufklärung sind Kennzeichen dieser Strömung - und ihr stereo- und prototypischster Vertreter ist kein anderer als der 'Stürmer und Dränger' Werther, den der junge Goethe auf die deutsche Literaturszene losliess, ohne den durchschlagenden - fatalen? - Erfolg seines Büchleins abschätzen zu können.So soll auch die Auseinandersetzung mit Goethes 'Die Leiden des jungen Werther' (1774/1787) in all seinen Facetten wie auch seiner Wirkung ein zentraler Bestandteil dieses Seminars sein. Ebenso sollen aber auch andere lyrische, epische und dramatische wie auch theoretische Texte, die maßgeblich stilbildend für diese Strömung waren, mit in den Blick genommen und analysiert werden.

Nach Möglichkeit werden auch der optionale Besuch einer Bühneninszenierung oder auch ein Filmabend mit Verfilmungen aus dem Seminarkontext Teil des Seminarangebots sein.

Der genaue Seminarplan sowie alle weiteren Formalia werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben; das Format des Seminars (präsenz/digital) muss kurzfristig den Maßgaben und Gegebenheiten angepasst werden. Auch hierzu werden die Teilnehmer:innen noch rechtzeitig informiert.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2421.U1.21 (Z50)

BVM 2c / BBM 2c Schwarze Spiegel: Dystopien und Postapokalypsen

Als Gegenentwurf zum Fortschrittsoptimismus der Aufklärung bilden sich seit dem 19. Jahrhundert in der Literatur und in anderen Künsten dystopische und apokalyptische Narrative heraus. Der idealtypischen Gesellschaftsordnung der Utopie stellen Dystopien zukunftspessimistische Szenarien entgegen, deren zentrale Merkmale – scharfe Klassengegensätze, totalitäre Regime, repressive Überwachungsapparate – als kritische Auseinandersetzungen mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Tendenzen zu verstehen sind. Apokalypsen hingegen richten den Fokus auf den Zerfall jeglicher gesellschaftlichen Ordnung und stellen die Protagonist*innen vor die Aufgabe, ihr bloßes Überleben sicherzustellen. Die Interpretation und Analyse von Arno Schmidts Schwarze Spiegel (1951), Christian Krachts Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (2008) sowie Juli Zehs Corpus Delicti (2009) werden die Gelegenheit bieten, verschiedene literaturwissenschaftliche Theorien wie die Raumtheorie und die Diskursanalyse zu erproben. Um die mediale Perspektive zu erweitern, werden wir auch Nicolas Mahlers Adaption von Schwarze Spiegel als Graphic Novel (2021) sowie die dystopische Fernsehserie Black Mirror (2011ff.) in die Seminararbeit einbeziehen.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 07.04.2022 - 14.07.2022) - 2321.U1.75 (Z 16)

BVM 2c / BBM 2c - Frühe Novellen und Erzählungen von Thomas Mann und Robert Musil

Anhand verschiedener Novellen und Erzählungen Thomas Manns und Robert Musils soll das spezifische Erzählen dieser beiden einflussreichen Autoren des 20. Jahrhunderts untersucht werden. Als zentral erweist sich die sprachliche Gestaltung der Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren, die im Frühwerk sehr vielfältige Ausprägungen annimmt. In einem Vergleich beider Schriftsteller soll diskutiert werden, inwiefern sich die Darstellung des inneren Erlebens der Figuren erzählerisch unterscheidet. Um der Mehrdeutigkeit der Texte gerecht zu werden, lesen wir diese vor dem Hintergrund verschiedenener literatur- und kulturtheoretischer Ansätze - wie z.B. Hermeneutik, Strukturalismus, Rezeptionsästhetik, Psychoanalytische Literaturinterpretation, Dekonstruktion und Gender Studies. 

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 13.07.2022) - 2421.03.82 (Z30)

BVM 2c / BBM 2c - Robert Musils ,Die Verwirrungen des Zöglings Törleß´ literaturtheoretisch

Robert Musils Debütroman Die Verwirrungen des Zöglings Törleß von 1906 macht seinen Autor schnell berühmt. Musil zufolge beruht dieser Erfolg bei Publikum und Kritik jedoch zu einem nicht unerheblichen Teil auf einem Missverständnis. Während man dort seine mutige Darstellung tabuisierter Pubertätsleiden in einer Kadettenanstalt lobt (und den Text entsprechend neben Werken von Frank Wedekind, Arno Holz, Hermann Hesse u.a. verortet), schürfen die Verwirrungen des um Erkenntnis bemühten Törleß tiefer. Die vom Autor hier erstmals literarisch thematisierte Erfahrung einer irritierenden doppelten Wirklichkeit wird später zu einem Grundthema in Musils Hauptwerks Der Mann ohne Eigenschaften.
Im Seminar wollen wir den Törleß anhand literatur- und kulturwissenschaftlicher Theorien untersuchen. Aufbauend auf Inhalten der Vorlesung "BVM 2a/BBM 2c: Literaturtheorien" sollen ausgewählte theoretische Konzepte exemplarisch erprobt und jeweils auf Potenzial, Grenzen und Praktikabilität hin kritisch diskutiert werden.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 06.04.2022 - 13.07.2022) - 2421.03.82 (Z30)

BVM 2c / BBM 2c - Von der Notwendigkeit des Körpers: Literaturtheoretische Annäherung an Formen körperlicher Erfahrungen

„Wer heut sein Haupt noch auf der Schulter trägt, / Hängt es schon morgen zitternd auf den Leib, / Und übermorgen liegts bei seiner Ferse.“ (Aus: H. v. Kleist: Prinz Friedrich von Homburg)

 

Ereignisse und Zustände wie beispielsweise Krankheit, Sterben, Folter, Halluzination, Vision, Rausch oder Sex, aber auch Emotionen wie Schmerz, Panik oder Trauer werden auch, oder vielleicht sogar vorrangig, körperlich erfahren. Manche Situationen nehmen wir durch den eigenen oder fremden Körper wahr oder gelangen gar durch Körpererleben wie die Intuition, das sprichwörtliche „Bauchgefühl“, zu Entscheidungen. In den Lektüren im Seminar richten wir unser Augenmerk weniger auf das Erleben/Erfahren von dem Körper und mehr auf das Erfahren oder Erleben über den Körper.

 

Im Seminar werden wir uns Texten widmen, die solche körperlichen Erfahrungen und Körpererleben literarisch inszenieren.

 

Dazu erproben wir verschiedene theoretische und methodische Zugänge, um jenen Phänomenen im literarischen Text zu begegnen. Zu denken ist hierbei neben der Leibphänomenologie unter anderem auch an körpersoziologische, kulturwissenschaftliche bzw. performanztheoretische Zugriffe.

 

 

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2321.U1.46 (Z 109)

MGM 2 a/b - Lasterhaftes Berlin: Literatur und Medizin im Berlin der Weimarer Republik.

Die 1920er Jahre wurden im Rückblick auf die deutsche Geschichte gerne als die „goldenen Zwanziger“ bezeichnet. Ein Mythos umgibt diese Zeit der Weimarer Republik, in der in Deutschland die Demokratie zum ersten Mal einen Raum hatte, in der Freiheit und Gleichberechtigung möglich schienen, in der auch und gerade in Berlin gleichzeitig eine sexuelle Befreiung für jede Art sexueller Orientierung gelebt und toleriert wurde. Diese liberale Epoche fand ein radikales Ende mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten. Heute wird diese Zeit in Filmen und Fernsehserien verarbeitet, doch liegen auch zeitgenössische Berichte und Quellen, die den Geist der Epoche einfangen, in großer Zahl vor. Im Seminar soll besonders die Literatur der Weimarer Republik, die sich der sexuellen Befreiung zugewandt hat, diskutiert und analysiert werden, u.a. Texte von Klaus Mann, Alfred Döblin, Mascha Kaléko, John Henry Mackay. Gleichzeitig soll sie in Beziehung gesetzt werden zur aufstrebenden Sexualwissenschaft und Sexualmedizin sowie deren späterer Unterdrückung und parallelen Nutzbarmachung durch das nationalsozialistische Regime. Mit dem Besuch Berlins soll dabei zusätzlich zur Literatur- und Quellenanalyse die Geographie und Architektur des „lasterhaften Berlins“ ergründet werden, museale Objekte und architektonische Besonderheiten sollen als Quellen erfahrbar gemacht werden.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (Einzeltermin, 06.04.2022 - 06.04.2022)

MGM 2a/b Frauenschicksale aus aller Welt im Spiegel der Literatur. Zwangsheirat, Ehrenmord, Genitalverstümmelung, Gewalt in der Partnerschaft, Zwangsprostitution

Alle zweieinhalb Tage – so zeigt die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamts – wird eine Frau in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner getötet. Die Organisation UNICEF geht davon aus, dass in jedem Jahr weltweit 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren zwangsverheiratet werden. Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen leiden nach Schätzungen der Organisation der Vereinten Nationen an den physischen und psychischen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung. Auch die Zahlen zu polizeilich erfassten Vergewaltigungen und Fällen von Zwangsprostitution allein in Deutschland zeichnen ein düsteres Bild: 2020 werden 29.419 Fälle von sexuellen Übergriffen – mit 28.131 weiblichen Opfern – registriert und 406 Opfer von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung verzeichnet. Das sind nur die zur Anzeige gebrachten Fälle. Die Dunkelziffer ist erheblich höher. Überall in europäischen Städten werden junge, verschleppte oder mit falschen Versprechungen angelockte Frauen aus anderen Ländern zur Prostitution gezwungen, oft sogar Minderjährige. Deutschland gilt aufgrund seiner liberalen Gesetzeslage als Eldorado der Freier. Diese schockierenden Fakten und Zahlen belegen, dass weibliche Existenz weltweit nach wie vor mit enormen Gefahren und Gewalterlebnissen verknüpft ist. Von den Errungenschaften der Frauenemanzipationsbewegungen profitieren nur Frauen in den westlichen Industrienationen, und selbst dort bei Weitem nicht alle. Das Seminar möchte sich Frauenschicksalen aus aller Welt in exemplarischen Lektüren literarischer Texte und Erlebnisberichte widmen. Im Zentrum stehen dabei die Themen weibliche Genitalverstümmelung, Ehrenmord, Zwangsheirat, Zwangsprostitution, Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft.

  • Dienstag, 16:30 - 20:00 (wöchentlich, 05.04.2022 - 12.07.2022) - 2421.U1.24 (Z109)

MGM 2a/b und BFM 2-1/BFM 2-2 - Don Juan in Literatur und Oper

Neben dem Faust- gehört der Don Juan-Stoff zu den meistbearbeiteten Stoffen der Weltliteratur. Nach ihrer ersten literarischen Prägung durch Tirso de Molina hat die Figur des dämonischen Verführers besonders in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland die Dichter immer wieder beschäftigt, bis Molière dem Stoff 1665 seine klassische Fassung gab und Mozart ihn 1787 auf die Opernbühne brachte. Nach der Psychologisierung und morbiden Ästhetisierung der Don Juan-Figur im Fin de siècle nimmt sie im 20. Jahrhundert absurde Züge an, wird existentialistisch gedeutet und von wechselnden, auch feministischen, Perspektiven aus demontiert. Das Seminar macht sich zur Aufgabe, Aufbau, Ausgestaltung und Zerstörung des Don Juan-Mythos über die Epochenschwellen hinweg bis ins 20. Jahrhundert aufzuzeigen und dabei auch Unterschiede zur Figur des venezianischen Schriftstellers, Abenteurers und legendären Liebhabers Giacomo Casanova (1725-1798) herauszuarbeiten. Untersucht werden exemplarische Dramen, Novellen und Gedichte, die die Don Juan-Figur in den Mittelpunkt stellen, sowie da Pontes und Mozarts Oper Don Giovanni.

  • Mittwoch, 16:00 - 18:00 (Einzeltermin, 15.06.2022 - 15.06.2022)
  • Donnerstag, 09:30 - 18:00 (Einzeltermin, 16.06.2022 - 16.06.2022) - 2453.U1.81
  • Freitag, 09:30 - 18:00 (Einzeltermin, 17.06.2022 - 17.06.2022)
  • Dienstag, 18:30 - 20:00 (Einzeltermin, 05.04.2022 - 05.04.2022) - 2453.U1.81

MMA 2 Kolloquium zur MA-Arbeit / Doktorandenkolloquium

Das Master- und Doktorandenkolloquium dient der Präsentation ausschließlich bereits seit längerer Zeit angemeldeter laufender Forschungsprojekte. Es gibt Gelegenheit zur Diskussion methodischer Ansätze und bereits erarbeiteter Forschungsergebnisse. Es findet in Form eines Blockseminars statt. Bitte um Voranmeldung bei der Dozentin unter herwig@phil.hhu.de

Die Termine werden nach persönlicher Vereinbarung mit der Dozentin vergeben.


    Verantwortlichkeit: