Lina Langpap
| 2014 | Abitur am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium Halle (Saale) |
| 2015-2021 | Bachelorstudium Anglistik und Amerikanistik und Deutsche Sprache und Literatur an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg |
| 2021-2026 | Masterstudium Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
| 2022-2024 | Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Anglistik der Heinrich-Heine-Universität im Studiengang Literaturübersetzen |
| 2024 | Alain-le-Pichon-Preis für die Übersetzung von Dichtung in Versen |
| 2025 | Frauenförderstipendium der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität (Abschlussstipendium) |
| 2026 | Teilnahme am Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer:innen des Deutschen Übersetzerfonds |
| ab 2026 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Anja Oesterhelt |
BVM 2b Der Essay - Von Montaigne bis Jelinek
Das Seminar soll einen Überblick über die literarische Gattung des Essays bieten, die als besonders vielseitig und schwer zu definieren gilt. Als 'nichtfiktionale Kunstprosa' gehört sie weder zu den althergebrachten Kategorien der Epik, Lyrik oder Dramatik und hat den Ruf, zwischen Wissenschaft und Literatur zu stehen, individuelle Denkbewegungen abzubilden und einen besonderen Raum für Kritik, Reflexion, Spiel und Experiment zu bieten.
Um herauszufinden, wie dieser Raum aussieht und wie er genutzt wird, werden wir einige einflussreiche Essays aus verschiedenen Jahrhunderten lesen und versuchen, ihre Verfahren und Wirkungen nachzuvollziehen – natürlich nicht ohne Unterstützung aus dem Bereich der Gattungstheorie und -geschichte. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Tendenz des Essays, aus anderen Texten zu schöpfen, wodurch komplexe intertextuelle Bezüge entstehen, die nicht immer gleich ins Auge fallen.
Da Michel de Montaigne und Francis Bacon als die Begründer der Gattung im 16. und 17. Jahrhundert gelten, werden wir einen Blick in ihre Essays (ggf. in Übersetzung) werfen, wichtige Essayisten des 18. und 19. Jahrhunderts wie Diderot, Schiller und Nietzsche streifen und uns vor allem auf das 20. Jahrhundert konzentrieren, in dem die Verfahren der Collage und Montage dem Essay neue Impulse geben, die sich etwa in Walter Benjamins "Karl Kraus" (1931), Hannah Arendts "Walter Benjamin" (1968) oder auch Elfriede Jelineks "Die endlose Unschuldigkeit" (1970) zeigen.