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Davina Lunow

2013Abitur
2013-2022Bachelorstudium der Kunstgeschichte und Anglistik sowie Bachelor-Zweitstudium der Germanistik und Geschichte
2017-2026Wissenschaftliche Hilfskraft und Fachtutorin am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Seit 2021Freie Mitarbeiterin bei KAI10 I Arthena Foundation, Düsseldorf sowie Museum Ludwig, Köln
2023-2026Masterstudium Germanistik-Geschichte, Carl-Wambach-Preis für sprachlich und inhaltlich herausragende Abschlussarbeiten
seit 07/26Wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Univ.-Prof. Dr. Anja Oesterhelt

Promotionsprojekt (Arbeitstitel): ›Neurechte‹ Literaturpolitik im transnationalen Vergleich

BVM 2b Literatur & Engagement

„Schreiben heißt Handeln durch Enthüllen“, heißt es in Sartres 1947 erschienenem Essay Was ist Literatur?, in dem er eine Theorie des literarischen Engagements entwirft. Sein Appell an die gesellschaftliche Verantwortung von Schriftsteller*innen gegenüber ihrer Epoche löste in der Nachkriegszeit einen Meinungsstreit aus: Kritiker warfen ihm vor, er habe sich mit seiner Forderung der Preisgabe des Autonomiekonzepts und damit dem Mord an der Literatur schuldig gemacht.

Diese „halbvergessene Kontroverse“ (Adorno: 409) wird Ausgangspunkt des Seminars sein. Wir werden die Debattenkonstellation nachzeichnen, in die sich in den 1960ern auch Theodor W. Adorno einschaltete, und Sartres und Adornos literaturtheoretische Essays einer Relektüre unterziehen.

Im weiteren Verlauf werden wir uns anhand zentraler Textbeispiele Grundfragen des Verhältnisses von Ästhetik und Politik widmen: Was kann eine politisch engagierte Literatur leisten? Ist engagierte Literatur unweigerlich (künstlerisch minderwertige) Tendenzliteratur? Oder lässt sich der scheinbare Widerspruch zwischen Kunstautonomie und Engagement produktiv auflösen?

Das Ziel ist eine Überblicksdarstellung über die Bandbreite politisch grundierter Schreibweisen im 20. und 21. Jahrhundert, die auch die sozialen Gebrauchsweisen der jeweiligen literarischen Texte in den Blick nimmt.