Abteilung III: Germanistische Mediävistik

Die ältere Germanistik hat die deutsche Sprache und Literatur vom 8. bis 16. Jahrhundert zum Gegenstand. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung vom Althochdeutschen über das Mittel­hochdeutsche bis hin zum Frühneuhochdeutschen und beschreibt die Herausbildung der deut­schen Volkssprache in ihren verschiedenen Stadien. Die Konkurrenz zur lateinischen Schrift­lichkeit und Tendenzen der Standardisierung, um eine dialektübergreifende Verständigung zu ermöglichen, haben zu einer besonderen Profilierung der deutschen Sprache geführt.

Die Beschäftigung mit den älteren Sprachstufen bildet jedoch nur den Ausgangspunkt, um zahlreiche der schönsten Texte deutscher Literatur kennenzulernen. Parzivals Suche nach dem Gral, die verbotene Liebe zwischen Tristan und Isolde, der Untergang der Nibelungen, die Abenteuer der Ritter von König Artus’ Tafelrunde werden um 1200 neu erzählt und in litera­rische Formen gegossen, welche als Keimzellen der deutschen Erzähldichtung bis in die Ge­genwart hinein gelten.
 
Der Minnesang, Kreuzzugslieder und die politische Lyrik Walthers von der Vogelweide wa­ren für die Aufführung am Hof mit musikalischer Begleitung gedacht und sind uns in variie­renden Vortragsfassungen in mittelalterlichen Manuskripten meist auf Pergament überliefert. Handschriften- und Inkunabelkunde dienen der Altgermanistik hier ebenso als Hilfswissen­schaft wie die Editionsphilologie.

All die genannten Werke – und noch viele mehr – sind Zeugnisse mittelalterlicher Auftrags­kunst und laden dazu ein, die ganz anderen gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen des Mittelalters kennenzulernen, um die Texte in ihrem historischen Umfeld besser zu verste­hen. Das Studium der älteren deutschen Literatur eröffnet Zugang zu den Form und Darstel­lungskonventionen der mittelalterlichen Dichtung, zu Autoren, Mäzenen, Publikum, zu zent­ralen Themen, Problemfeldern, Denkhorizonten, und es vermittelt Forschungsparadigmen und Methoden im Umgang mit Texten der Vormoderne.
 
Die Ursprünge der wissenschaftlichen Germanistik liegen in der Altgermanistik. Aus ihr hat sich die Deutschen Philologie als Studienfach entwickelt. Der Bereich „Ältere deutsche Lite­ratur und Sprache“ bildet daher den Grundstein für die anderen germanistischen Teilfächer.

Leitung

Univ.-Prof. Dr. Ricarda Bauschke-Hartung

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Lehrstuhlanschrift

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Germanistik
Abteilung III: Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
Lehrstuhl Prof. Dr. Ricarda Bauschke
Universitätsstraße 1/
Geb. 24.54.00.82
40225 Düsseldorf

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