Max-Herrmann-Neiße - Institut

Aufruf

Zwischen 1911 und 1913 hat Max Herrmann-Neiße Theaterkritiken für das Neißer Tageblatt verfasst. Um diese Theaterkritiken in der Edition seiner Kritiken und Essays publizieren zu können, suchen die Herausgeberinnen nach dem Neißer Tageblatt dieser Jahre und bitten auf diesem Wege um Hinweise auf erhaltene Bestände der Zeitung.

Programm

Das Max-Herrmann-Neiße-Institut als An-Institut der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf versteht sich als Einrichtung zur Erschließung, Sicherung und Erforschung der Geschichte deutschsprachiger Literaturen und Kulturen im östlichen Europa, bei denen ein Schwerpunkt in der mit dem Namensgeber verbundenen, seit dem Barock für die deutsche Literatur bedeutenden Region Schlesien liegt. Als Forschungsstelle für eine historische Transkulturalitätsforschung befasst sich das Institut mit kulturellen Räumen innerhalb der Geschichte Mitteleuropas, die durch eine Koexistenz von verschiedenen Kulturen, Sprachen, Religionen und Nationalitäten in einer häufig multilingualen Bevölkerung geprägt sind. Die unterschiedlichen Entwicklungen und Ausformungen der deutschen Sprache und Literatur innerhalb dieser Zentren kultureller Hybridität stehen daher ebenso im Focus der Arbeit des Instituts wie die Erforschung von Austausch-, Transfer- und Abgrenzungsprozessen zwischen verschiedenen Sprachen, Nationen und Kulturen innerhalb der wechselvollen europäischen Geschichte. Neben einer Erforschung transkultureller Räume Mittelosteuropas befasst sich das Institut aber auch mit literarischen Diskursen zum Scheitern von transnationalen und -kulturellen Gemeinschaften in Geschichte und Gegenwart, die ausgehend von dem einzigartigen Völkermord an den Juden im Hitlerfaschismus, Exil, Diaspora und Migration mit Vernichtung, Verfolgung und Vertreibung in wechselseitiger Abgrenzung voneinander einerseits und in einen gemeinsamen Kontext andererseits einzustellen versucht.

In diesem Sinne versteht es das Max-Hermann-Neiße-Institut als seine Aufgabe, der im 20. Jahrhundert in Folge der Politik der NS-Diktatur gewaltsam beendeten Geschichte der deutschen Kultur- und Literaturtradition in Mitteleuropa zum einen ein geeignetes Archiv des kulturellen Gedächtnisses bereitzustellen, in dem es Forschungen zur Literatur deutschsprachiger Minderheiten in Mittelosteuropa fördert. Daher stehen internationale Kooperationen und gemeinsame Forschungsvorhaben mit Universitäten, Archiven und Forschungseinrichtungen aus Mittelosteuropa, insbesondere Polens, im Vordergrund der Arbeit des Instituts, da nur so die interkulturelle Ausrichtung der Forschungsperspektive gewährleistet werden und die Tradition deutschsprachiger Literatur und Kultur nicht nur bewahrt, sondern in ein lebendiges Erbe überführt und ein gegenwärtiges Europa kultureller Vielfalt eingebracht werden kann.

Projekte

Kritische, kommentierte Edition der Schriften Max Herrmann-Neißes

Kritiken und Essays, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften 1909–1941

Projektmitarbeiterinnen:

Dr. Beata Giblak, Staatliche Fachhochschule Nysa

Simone Zupfer MA, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Teilförderung durch die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Referat K 44: Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa - Grundsatzfragen und Wissenschaftsförderung

Publikationen

Exzentrische Moderne: Max Hermann-Neiße (1986-1941). Hg. v. Sibylle Schönborn. Jahrbuch für Germanistik, Reihe A: Kongressberichte. Bd. 111. Frankfurt, Bern, New York (Lang). Erscheint Sommer 2013

Die Beiträge dieses Bandes gehen aus der im Dezember 2011 vom "Max-Herrmann-Neiße-Institut" veranstalteten interna- tionalen Tagung hervor. Sie verorten das vielseitige Werk Max Herrmann-Neißes im Kontext der literarischen Moderne, in- dem sie seine wechselnden Positionen und Engagements zwi- schen Ästhetizismus, Expressionismus, politischer Literatur, Neuer Sachlichkeit und Exilliteratur in den Blick nehmen. Im Nebeneinander von Nihilismus und Erlösungspathos, Groß- stadtbewusstsein und Provinzialität, Kosmopolitismus und Regionalismus entwerfen die einzelnen Beiträge das Gesicht einer in sich widersprüchlichen und heterogenen Moderne, deren Repräsentant der aus Schlesien stammende Autor in der Metropole Berlin und im Londoner Exil wurde. Neben gattungsgeschichtlichen Beiträgen zu den lyrischen Anfängen bis zur Exillyrik werden vor allem "kleinere" Gattungen wie der Brief und die Literaturkritik, performative Künste wie das Drama und das Kabarett und ihre Medien (Film) untersucht. Zudem werden Fragen nach Herrmann-Neißes unverwechsel- barer Romanpoetik, seinem Beitrag zur theoretischen Aus- einandersetzung über eine engagierte Literatur und seiner Beteiligung an den Diskursen über Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht diskutiert.

„Meine Welt ist, wo mein Werk geschieht.“ Beiträge zu Max Herrmann-Neiße. Hg. von Andreas Broede, Madlen Kazmierczak, Henning Konetzke, Christian auf der Lake. Düsseldorf (university press) 2012

Getreu diesem Dichterwort lädt der vorliegende Band ein zur Beschäftigung mit dem Leben und Werk des oberschlesischen Schriftstellers Max Herrmann-Neiße (1886–1941), der zunächst von Neisse über Breslau nach Berlin ging, wo er zahlreiche Kontakte zu einer Reihe von bedeutenden Schriftstellern und Künstlern der Zeit wie Else Lasker-Schüler, Alfred Kerr, Heinrich Mann, Hermann Hesse und George Grosz pflegte, und der als unmittelbare Reaktion auf den Reichstagsbrand 1933 dem nationalsozialistischen Deutschland den Rücken kehrte und ins Exil ging.
Versammelt sind vor allem Beiträge, die im Rahmen eines deutsch-polnischen Studierenden Workshops entstanden sind, den das Düsseldorfer Max-Herrmann-Neiße-Institut anlässlich des 70. Todestages des vielseitigen Lyrikers, Romanschriftstellers, Dramatikers, Essayisten und Kritikers veranstaltet hat.

Kontakt

Photo of Sibylle  Schönborn

Leitung

Prof. Dr. Sibylle Schönborn

Gebäude: 24.52
Etage/Raum: U1.28
Tel.: +49 211 81-15333
Fax: +49 211 81-12951

Vita, Forschungsschwerpunkte & Publikationsverzeichnis

Wissenschaftlicher Beirat

  • Prof. Dr. Roland Gruschka
    Lehrstuhl für Jüdische Studien
    Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
  • Prof. em. Dr. Hans Hecker
    Lehrstuhl Geschichte und Kulturen Osteuropas
    Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • Prof. Dr. Jürgen Joachimsthaler
    Philipps-Universität Marburg
    Neuere deutsche Literatur
    Wilhelm-Röpke-Straße 6a
    35032 Marburg

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. habil. Wojciech Kunicki
    Institut für Germanistik
    Universität Wrocław
    53-114 Wrocław
    pl. Nankiera 15
    Polen
  • Dr. Beata Giblak
    Collegium Philologicum
    im. Maxa Herrmanna-Neisse
    Staatliche Fachhochschule Nysa
    ul. Armii Krajowej 21
    48-300 Nysa
    Polen
  • Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V.
    Stiftung „Verbrannte und Verbannte Dichter-/KünstlerInnen und Intellektuelle – für ein Zentrum der verfolgten Künste“
    Herzogstr. 42
    D-42103 Wuppertal
    www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de
    www.exil-zentrum.de
  • Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek
    Berliner Platz 5
    44623 Herne
    www.martin-opitz-bibliothek.de
Bronze-Relief von Walter Kalot (1909-1996) aus dem Besitz von Peter Horst Neumann (1936-2009), Schenkung von Astrid Neumann

Förderer

Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Abgeschlossene Projekte

Bachelor-Abschlussprojekt

Neiße – Berlin – London: Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

Projekt im Rahmen des Lehrförderungsfonds der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für das Wintersemester 2010/11

Konzeption, Präsentation, und Dokumentation einer Ausstellung zum 70. Todestag Max Herrmann-Neißes im Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf

Ausstellung zum 70. Todestag im Gerhart-Hauptmann-Haus

Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf
Bismarckstraße 90
40210 Düsseldorf

Eröffnung: 14. April 2011

Tagung: Im Zentrum der Moderne: Max Herrmann-Neiße (1886-1941)

Veranstalter: Max-Herrmann-Neiße-Institut Düsseldorf, Prof. Dr. Schönborn Ort: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek und Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf

Datum: 1.-3. Dezember 2011

 

 

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenRedaktionsteam Germanistik