Aktuelles Lehrangebot

BBM 2a Einführung in die Literaturwissenschaft

Dr. Florian Trabert

Die Vorlesung möchte die wichtigsten Konzepte zur Analyse und Interpretation der drei Grundgattungen Lyrik, Drama und Epik vorstellen. Grundlagen der Metrik und Rhetorik, der Dramenanalyse sowie der Narratologie werden dabei im Mittelpunkt stehen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Untergattungen gelegt, die sich innerhalb der deutschsprachigen und europäischen Literaturgeschichte durch eine beständige Verwendung auszeichnen - wie das Sonett, die Tragödie oder die Novelle -, um Kontinuitäten und Brüche innerhalb dieser Gattungstraditionen sichtbar zu machen. Allen Teilnehmern wird dringend die Anschaffung und Lektüre von Goethes Werken Faust I und Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten empfohlen, da diese besonders häufig als Beispiele herangezogen werden.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 01.02.2018) - 2641.HS 6J (Z 435)

BBM 2b Dorfgeschichten und Provinzromane - Von A wie Auerbach bis Z wie Zeh

Sabrina Huber

Ab 1840 rückt die Dorfgeschichte das dörfliche Milieu in den Mittelpunkt des Erzählten und damit eine verklärte Vorstellung einer einfachen und friedlichen Welt, die der Stadt mit all ihren "Zivilisationskrankheiten" und Lastern gegenübersteht - eine utopische Form des Einfachen.

Überraschend hat gerade jetzt in Zeiten der virtuellen Netzwerke und damit des smarten Alltags das Land wieder Hochkonjunktur - Landliebe, Landidee, Landlust füllen die Zeitschriftenregale und befriedigen scheinbar ein Bedürfnis. Dieser Dorf-Idylle rückt jedoch die Gegenwartsliteratur zuleibe.

Das Seminar zeichnet anhand Erzähltexten von Berthold Auerbach und Wilhelm Raabe, Anna Seghers und Oskar Maria Graf sowie Ingo Schulze, Katharina Hacker und Juli Zeh die gattungsgeschichtliche Entwicklung nach. Die Texte stellen dabei Dorf und Provinz in Kontexte von vermeintlich sozialer Gemeinschaft, Heimat und Fremde, Tradition und Moderinisierung, Einfachheit und Komplexität sowie Stadtflucht und Entschleunigung.

Eine genaue Auswahl der Lektüre wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben. Den umfangreichsten Roman stellt Juli Zehs Unterleuten (2016/Taschenbuch ab September 2017) dar. Beginnen Sie daher frühzeitig mit der Lektüre. 

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 08.02.2018)

BBM 2b Novellen

Maike Rettmann

In Adalbert Stifters Brigitta wird die Hässlichkeit der Protagonistin zur Voraussetzung für eine ungewöhnliche Emanzipationsgeschichte. Gerhart Hauptmanns Bahnwärter Thiel steht zwischen zwei Frauen und macht sich so am Unfalltod seines erstgeborenen Sohnes schuldig. Hermann Hesses Friedrich Klein aus der Novelle Klein und Wagner flieht vor dem Impuls, seine verhasste Ehefrau und die geliebten Kinder umzubringen, nach Italien und richtet sich schließlich, unfähig sein Leben als sinnvoll erfahren zu können, selbst.

Dies sind nur einige Beispiele für eine Reihe interessanter Novellen, mit denen wir uns im Seminar beschäftigen werden. Die Novelle als strengste Form der epischen Kurzgattung wird dabei nicht nur unter gattungstheoretischen Gesichtspunkten in den Blick genommen, sondern auch anhand der jeweiligen Einzeltexte mit den Begriffen der Erzähltextanalyse erschlossen.

 Besprochen werden voraussichtlich:

  • Joseph von Eichendorff: Das Marmorbild (1819)
  • Adalbert Stifter: Brigitta (1844)
  • Wilhelm Raabe: Else von der Tanne (1865)
  • Eugenie Marlitt: Blaubart (1866)
  • Leopold von Sacher-Masoch: Venus im Pelz (1870)
  • Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel (1888)
  • Arthur Schnitzler: Die Hirtenflöte (1911)
  • Paul Zech: Der schwarze Baal (1911)
  • Thomas Mann: Der Tod in Venedig (1912)
  • Hermann Hesse: Klein und Wagner (1919)

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2017 - 30.01.2018)

BBM 2b Oden, Hymnen, Elegien

Tim Alexander Willmann

Das Seminar bietet eine Einführung in die Gedichtanalyse, anhand ausgewählter Oden, Hymnen und Elegien (u.a. von Klopstock, Schiller,
Goethe und Hölderlin). Dabei steht die Form des jeweiligen Gedichts im  Vordergrund, um ihre Wirkung auf den Inhalt zu diskutieren und dabei
grundlegendes Wissen über Metrik, Vers- und Strophenformen sowie
rhetorische Figuren und Tropen zu vermitteln.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2017 - 30.01.2018)

BBM 2b Tragikomödie

Robin-Martin Aust

Im Fokus dieses Einführungsseminars steht einerseits die Gattungsgeschichte der Tragikomödie selbst, wie auch – zur Abgrenzung – der grundlegenden Formen der Tragödie und Komödie. Ausgehend von historischen, antiken Beispielen wird die Entwicklung der Tragikomödie bis in die Neuzeit und Gegenwart exemplarisch nachgezeichnet. Ebenso werden dramen- und gattungstheoretische Grundlagen und Verfahren erörtert, die die analytische Auseinandersetzung mit den behandelten Werken ermöglichen.

Ein weiterer Schlaglicht des Seminar soll auch auf den Konzepten der deutschen Tragikomödie ab 1945 liegen, ist sie doch - laut Friedrich Dürrenmatt - nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt »die einzig mögliche dramatische Form, [...] das Tragische auszusagen«. Neben den fokussierten Primärwerken werden auch poetologische Texte sowie konkrete Bühneninszenierungen oder Verfilmungen besprochen, letzteres bei Interesse auch in Form von Exkursionen.

  • Mittwoch, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 11.10.2017 - 31.01.2018)

BBM 2c Wahrheit und Erfindung - Fiktion und Realität

Sabrina Huber

Das Seminar stellt Primärtexte in den Mittelunkt seiner Diskussionen, die auf unterschiedlichste Weise der Frage nach Wahrheit und Erfindung nachspüren, sei es auf inhaltlicher, erzähltheoretischer, diskursiver oder medientheoretischer Ebene.

Besprochen werden:

Hermann Hesse: Der Steppenwolf

Doron Rabinovici: Suche nach M.

Friedrich von Borries: 1 WTC

 

Anhand dieser Texte bietet das Seminar die Möglichkeit, Methoden, Modelle und Theorien zu erarbeiten und für die Textanalyse fruchtbar zu machen. So wird sich dem Seminarthema "Wahrheit und Erfindung" mithilfe verschiedener theoretischer Zugrifffe angenähert werden. Ein Schwerpunkt wird neben klassischen Methoden wie der Hermeneutik, dem (Post-)Strukturalismus oder den Gender Studies auf einer Herangehensweise beruhen, die sich erzähl- und raumtheoretischen, erinnerungs- und gedächtnistheoretischen sowie intertextuellen und medientheoretischen Überlegungen bedient.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.10.2017 - 30.01.2018)

BBM 2d Rainer Maria Rilkes Gedichtzyklen

apl. Prof. Dr. Daniel Hoffmann

Rilke (1875-1926) hat zwei große Gedichtzyklen geschrieben, die seit ihrer Veröffentlichung zahlreiche, kontroverse Interpretationen herausgefordert haben. Wegen ihres grundlegenden weltanschaulichen bzw. metaphysischen Gehaltes, in dem eine Gesamtschau der menschlichen Existenz versucht wird, sind diese Zyklen auch immer Anlass gewesen, sich in der Auseinandersetzung mit ihnen der eigenen Weltsicht oder dem Zustand des Menschen in der jeweiligen Zeit zu vergewissern. Die "Duineser Elegien", von 1912 bis 1922 entstanden, und die "Sonette an Orpheus", 1922 niedergeschrieben, bilden den Höhepunkt von Rilkes künstlerischem Schaffen. Das Seminar soll auch zu einer neuen Lektüre im 21. Jahrhundert einladen.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 11.10.2017 - 31.01.2018)

BFM 2a / MGM 2a/b - Die klassisch-romantische Epoche

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Die Revolution von 1789 blieb auf Frankreich beschränkt. Trotzdem sind die Jahre danach auch im spätabsolutistischen, kleinstaatlich zersplitterten Deutschland in ideen- und wissenschaftsgeschichtlicher, ästhetischer, religiöser und politischer Hinsicht eine Übergangszeit. Ausgehend von theoretischen und poetischen Texten, die zur Zeit der Zusammenarbeit zwischen Goethe und Schiller entstanden sind, stellt die Vorlesung zunächst den Kunstbegriff der Weimarer Klassik vor, um in einem zweiten Schritt die fließenden Übergänge zur Romantik aufzuzeigen. Neben der frühromantischen Kunsttheorie Friedrich Schlegels werden anhand von ausgewählten Gedichten (Novalis, Eichendorff), Novellen (Tieck, Eichendorff, Chamisso, E.T.A. Hoffmann, Heine), Kunstmärchen (Fouqué, Chamisso, Brentano, Hauff) und Romanen (F. Schlegel, Novalis) Phasen der romantischen Bewegung in Deutschland bis zum Übergang in den Realismus vorgestellt. Sie berücksichtigt neben den ästhetischen Kontroversen die Geschichtsbilder und Gesellschaftsentwürfe, die Geschlechterverhältnisse und die Funktion der Bilder idealisierter oder dämonisierter Frauen sowie den romantischen Naturbegriff im Spannungsfeld zwischen Naturphilosophie und Naturwissenschaft.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 01.02.2018) - 2221.HS 2E (Z 181)

BFM 2b Werther-Effekt und Neue Leiden - die Werther-Rezeption in der deutschsprachigen Literatur

Robin-Martin Aust

Auch wenn sein kurzes Leben am 24. Dezember 1772 bereits ein Ende gefunden haben mag - Werther ist auch nach seinem literarischen Tode aus der deutschen Literatur nicht wegzudenken: der Text über eine unglückliche Liebe wird ein durchschlagender Erfolg, zum 'ersten deutschen Bestseller' und ruft zahlreiche Nachahmer - fiktive wie reale - hervor. Einerseits erfährt 'Die Leiden des jungen Werthers' eine umtriebige literarische Rezeption: diverse Autoren setzten sich mit dem vielleicht populärsten Selbstmörder der deutschen Literaturgeschichte auseinander; seit Erscheinen des Textes entstanden zahlreiche Briefromane oder 'Wertheriaden', die Struktur und Inhalt von Goethes Text imitieren, transformieren, parodieren. Andererseits häufen sich auch die ganz echten Werther-Imitatoren: der Text verursacht nach seinem Erscheinen 1774 vermeintlich eine Suizidwelle; die omnipräsente mediale Diskussion über Werthers fiktiven Selbstmord führe zu realen Selbstmorden - ein Phänomen, das später als 'Werther-Effekt' Eingang in die Sozialpsychologie finden sollte.

Im Fokus dieses Seminars steht die Beschäftigung mit dem Primärtext, aber auch die Auseinandersetzung mit dem 'Phänomen Werther' aus soziologischer Perspektive. Weiterhin soll die mediale und literarische Rezeption und Reinterpretation des Textes nachgezeichnet werden, angefangen bei zeitgenössischen Werken bis in die Gegenwarts- und Popliteratur, von ernsten Weiterführungen hin zu parodistischen Auseinandersetzungen. Neben den fokussierten Primärwerken werden auch poetologische Texte sowie Verfilmungen besprochen, letzteres bei Interesse auch in Form von Exkursen.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 17.10.2017 - 31.01.2018)

BFM 2b Die Literatur der Aufklärung zwischen Glaube und Vernunft, Empfindung und Moral

M.A. Johannes Markus Waßmer

Die Epoche der Aufklärung gipfelt im Rationalismus des späten 18. Jahrhunderts, dem kantischen sapere aude! eines mündigen, bürgerlichen Individuums. Dieser lange Weg aus der Ständegesellschaft zum Individualismus und Subjektivismus mündet in den Sturm und Drang und die Romantik, in Bewegungen, die dem Genie, dem Gefühl, dem Geheimen ersten Rang einräumen. Das universale und kollektive gesellschaftliche Vernunft- und Fortschrittsversprechen, das die Aufklärung gegeben hatte, hat sich als unzulänglich für die Bedürfnisse des neuzeitlichen Individuums erwiesen. Doch einhundert Jahre zuvor, Ende des 17. Jahrhunderts, gibt die Aufklärung noch entscheidende Impulse für die absolutistisch geprägte Ständegesellschaft. Die späteren Naturwissenschaften werden von Leibniz und Newton auf ein neues rationalistisches, mathematisches und empirisches Fundament gestellt. Strukturell ähnliches versucht Gottsched in seiner Critischen Dichtkunst zu leisten, in der er für die Literatur eine bürgerlich-vernünftige Regelpoetik formuliert.


Gerade in der Literatur, auch in der deutschsprachigen, haben sich aufklärerische Ideen nachhaltig und vielfältig niedergeschlagen. Im BA-Fachmodulseminar „Die Literatur der Aufklärung zwischen Glaube und Vernunft, Empfindung und Moral” sollen die Heterogenität der aufklärerischen Themen und Ideen in ihrer ganzen Breite in den Blick genommen und in ihren Diskontinuitäten und Widersprüchen beleuchtet werden. Dabei soll nicht nur der radikale Rationalismus der Endphase der Aufklärung im Zentrum des Seminarinteresses stehen, der mit den Schriften Kants philosophischen und mit der französischen Revolution politischen Ausdruck findet. Der Fokus liegt neben dem Rationalismus bzw. der Vernunft auf drei weiteren Kernthemen aufklärerischer Literatur: Dem Gefühl, der Moral und der Religion. Denn bürgerliche Moralvorstellungen, die Empfindungen des Individuums und religiöse Vorstellungen werden in aufklärerischen Erzählungen, Dramen, Gedichten und Epen immer wieder affirmativ oder durchaus auch kritisch verhandelt. Das Textkorpus des Seminars wird nach den thematischen Schwerpunkten sortiert voraussichtlich Texte Christian Fürchtegott Gellerts, Sophie von La Roches, Christoph Martin Wielands, Friedrich Gottlieb Kloppstocks, Johann Gottfried Herders und Gotthold Ephraim Lessings versammeln, sodass neben der thematischen Vielfalt auch die Gattungs- und Autorenvielfalt der Aufklärung sichtbar wird. Gemeinsam werden in der Seminararbeit für die Texte je eigene analytische und methodische Zugänge gefunden – mit dem Ziel, dass die Seminarteilnehmer ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Lektüreansätzen erlernen.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 01.02.2018)

BFM 2b Sirene, Melusine, Undine, Loreley: Wasserfrauen in der deutschsprachigen Literatur

Maike Rettmann

"Eine saubere Jungfer, um die man schon einen Sprung in das Wasser tun kann [...]." (Wilhelm Raabe: Die Innerste)

 

Verführerisch locken Sirene und Loreley Schiffer mit ihrem Gesang, Melusinen und Undinen binden Menschenmänner durch Verbote oder Treueforderungen an sich. Das Seminar eröffnet seinen Teilnehmer/innen die Möglichkeit, den literarischen Funktionalisierungen der Wasserfrauenfigur in Texten unterschiedlicher Epochen nachzuspüren. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Wasserfrauenliteratur der Romantik gelegt.

 

Voraussichtlich im Seminar besprochen werden:

  • Thüring von Ringoltingen: Melusine (1456)
  • Friedrich de la Motte Fouqué: Undine (1811)
  • Lyrik von Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff und Heinrich Heine
  • Franz Grillparzer: Melusina. Romantische Oper in drei Aufzügen (1823)
  • Theodor Storm: Auf der Universität (1862)
  • Eduard Mörike: Historie von der schönen Lau (1873)
  • Wilhelm Raabe: Die Innerste (1876)
  • Jakob Wassermann: Melusine (1896)
  • Ingeborg Bachmann: Undine geht (1961)

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 09.10.2017 - 29.01.2018)

Dissertationsprojekte aus dem Schwerpunkt Mythos, Ideologie und Methoden

apl. Prof. Dr. Peter Tepe

Diese Veranstaltung richtet sich an Promovenden, die unter meiner Leitung an einem Dissertationsprojekt arbeiten. Ziel ist es, möglichst viele der über 20 Projekte in den nächsten Jahren zu einem Abschluss zu bringen.

E-Mail: tepe@phil.hhu.de

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 02.02.2018)

Germanistisches Weihnachtsquiz

Maike Rettmann, Robin-Martin Aust

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 14.12.2017 - 14.12.2017) - 2511.HS 5A (Z 160)

Lesekreis: "Vergessene Schriftsteller/innen - Vergessene Texte"

Maike Rettmann

Zu früh gestorben, ins Irrenhaus verbannt, als schreibende Frau unterschätzt, während der nationalsozialistischen Herrschaft "ausgesondert" Gründe für den Rezeptionsabbruch bestimmter Texte gibt es ebenso zahlreiche, wie es vergessene Schriftstellerinnen und Schriftsteller gibt. Der Lesekreis "Vergessene Schriftsteller/innen Vergessene Texte" widmet sich der Wiederentdeckung und Neuerschließung literarischer Texte, die in der wissenschaftlichen Forschung bislang kaum beachtet wurden und im kulturellen Gedächtnis keinen Standort haben. In einer gleichberechtigten Mischung aus intuitiven und wissenschaftlichen Textzugriffen richtet sich der Lesekreis im Rahmen des fächerübergreifenden Wahlpflichtbereichs an interessierte Studierende aller Fakultäten.

Lektürevorschläge für das Wintersemester 2017/18:

  • die gesellschaftskritisch-phantastische Literatur Oskar Panizzas (z.B. Eine Mondgeschichte, Aus dem Tagebuch eines Hundes, Das Wachsfigurenkabinett, Die Menschenfabrik)
  • Gabriele Reuters Geburtshaus-Roman Das Tränenhaus (1908)
  • die frühen Industrie-Novellen Paul Zechs (z.B. Der schwarze Baal, Die Birke, Das Pferdejuppchen)
  • Justin Steinfelds Emigrationsroman Ein Mann liest Zeitung (posthum 1984)

Auch eigene Lektürevorschläge sind herzlich willkommen.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 11.10.2017 - 31.01.2018)

MFM 2a/b Österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Die Zeit der Wiener Moderne brachte einen Innovationsschub in zahlreichen Bereichen der Kultur. Wittgensteins Sprachphilosophie, Machs Empfindungspsychologie, Freuds Entdeckung des Unbewussten und seine Traumtheorie sowie ein reger Austausch zwischen Künstlern, Musikern, Dichtern, Philosophen und Ärzten lösten im Wien der Jahrhundertwende eine sprach- und medienkritische Wende der Literatur aus, von der die österreichische Literatur bis heute geprägt ist. Schon um 1900 waren Sprach- und Kulturkritik eng verbunden. Die nach 1945 entstandene Literatur setzt sich stark mit der Beteiligung Österreichs an den Verbrechen der Nationalsozialisten und der fehlenden Entnazifizierung Österreichs auseinander. Sprachkritik wird mehr denn je politisch. Das Seminar zeichnet diese Entwicklung von Hugo von Hofmannsthals „Chandos”-Brief, über Peter Altenbergs Skizzen, sprachkritische Glossen von Karl Kraus über ausgewählte Lyrik von Ernst Jandl und Ingeborg Bachmann bis zu Prosatexten von Peter Handke, Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek u.a. nach.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 11.10.2017 - 31.01.2018)

MGM 2 Literarische Experimente zwischen Text und Bild

Dr. Florian Trabert

Die Bilderflut der digitalen Medien, die Bildgebungsverfahren in den Naturwissenschaften und die Überwachungsbilder der Kontrollgesellschaften belegen die Dominanz visueller Medien in der modernen Alltagskultur. In vielen literarischen Texten, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden sind, ist dieser "iconic turn" durch die Kombination visueller und textlicher Medien greifbar. Gegenstand der Seminararbeit werden u.a. Werke von Max Frisch, W.G. Sebald, Rolf Dieter Brinkmann, Kathrin Röggla und Nicolas Mahler sein, wobei das Spektrum von konventionellen Bild-Text-Kombinationen über experimentelle Collagen bis zur Verschmelzung beider Medien im Comic bzw. Manga reichen wird.

Doris Bachmann-Medick: Iconic Turn, in: dies.: Cultural Turns. Neuorientierungen in den Kulturwissenschaften, Reinbek bei Hamburg 2006, S.329-380.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2017 - 31.01.2018) - 2513.U1.24 (Z 32)

MGM 2b Goethes 'Wilhelm Meisters Lehrjahre'

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Bildungsroman oder Missbildungsroman, Künstlerbiographie oder Lebensentwurf eines Bürgersohns, Männerroman oder Frauenroman, Individualroman oder Sozialroman, Aufklärungsroman, romantischer Roman oder moderner Roman, Utopie oder Anti-Utopie? Das sind die Fragen, die nach einer kursorischen Lektüre von Goethes „Wilhelm Meister Lehrjahre” diskutiert werden sollen. Das Seminar widmet jede Sitzung einem Buch und den in ihm behandelten Schwerpunktthemen. Es berücksichtigt dabei besonders die Funktion der Frauenfiguren für die Entwicklung des Protagonisten. Anhand ausgewählter Forschungsliteratur stellt es abschließend Interpretationsansätze zur Diskussion.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 12.10.2017 - 01.02.2018)

MMA 2-Master- und Doktorandenkolloquium

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Das Master- und Doktorandenkolloquium dient der Präsentation von laufenden Forschungsprojekten. Es gibt Gelegenheit zur Vorstellung von Konzepten sowie zur Diskussion methodischer Ansätze und bereits erarbeiteter Forschungsergebnisse. Es findet nach Vorbereitungssitzungen in Form eines Blockseminars statt. Der Termin für die Blockveranstaltung wird in Absprache mit den Teilnehmenden festgelegt. Um Voranmeldung bei der Dozentin wird gebeten.

  • Dienstag, 14:30 - 16:00 (Einzeltermin, 17.10.2017 - 17.10.2017)
  • Dienstag, 14:30 - 17:30 (Einzeltermin, 14.11.2017 - 14.11.2017)
  • Dienstag, 14:30 - 17:30 (Einzeltermin, 19.12.2017 - 19.12.2017)
  • Dienstag, 09:00 - 18:00 (Einzeltermin, 16.01.2018 - 16.01.2018)

Theatergruppe

M.A. Johannes Markus Waßmer

  • Mittwoch, 17:00 - 20:00 (Einzeltermin, 04.10.2017 - 04.10.2017)
  • Mittwoch, 17:00 - 20:00 (Einzeltermin, 11.10.2017 - 11.10.2017) - 2332.01.66
  • Donnerstag, 17:00 - 20:00 (Einzeltermin, 05.10.2017 - 05.10.2017)
  • Donnerstag, 17:00 - 20:00 (Einzeltermin, 12.10.2017 - 12.10.2017)

TutaS für ausländische Studierende zur Einführungsvorlesung BBM 2a - "Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft"

Dr. Florian Trabert, Hendrik Cramer

Das Tutorium wiederholt und vertieft die Inhalte der Einführungsvorlesung in die Literaturwisenschaft von Dr. Trabert (BBM  
2a ). Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der intensiven Besprechung von möglichen inhaltlichen Fragen.

Erasmus-Studierende und ausländische Studierende als auch deutsche Studierende der Germanistik sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 17.10.2017 - 30.01.2018)

Übersetzungstheorie (Blockveranstaltung)

Dr. Tim Hagemann

Während das erste Wochenende des Kompaktseminars dem Studium klassischer Texte von Luther bis Benjamin - ein Reader wird zu Seminarbeginn ausgegeben - gewidmet ist, wobei Schleiermachers Akademieabhandlung "Ueber die verschiedenen Methoden des Uebersezens" (1813) im Mittelpunkt stehen soll, dient das zweite Wochenende der Vorstellung und Diskussion aktueller translationstheoretischer Positionen. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines entsprechenden Kurzreferats.

  • Samstag, 14:00 - 19:00 (Einzeltermin, 11.11.2017 - 11.11.2017)
  • Sonntag, 10:00 - 17:00 (Einzeltermin, 12.11.2017 - 12.11.2017)
  • Samstag, 14:00 - 19:00 (Einzeltermin, 02.12.2017 - 02.12.2017)
  • Sonntag, 10:00 - 17:00 (Einzeltermin, 03.12.2017 - 03.12.2017)

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