Aktuelles Lehrangebot

BBAM 2 - Kolloquium zur BA-Arbeit

Maike Rettmann

Ist dieses Thema geeignet für eine Bachelorarbeit? Was sind Siglen? Und wie zitiert man nochmal eine Monographie? Wenn Sie sich diese Fragen in jüngster Zeit gestellt haben: Willkommen in der Bachelorarbeitsphase.

Das Kolloquium ist als Forum für Studierende gedacht, die im laufenden Semester ihre Bachelorarbeit im Bereich Neuere Deutsche Literaturwissenschaft schreiben wollen. Es soll die Teilnehmenden dabei unterstützen, Fragestellungen zu entwickeln, über Konzeption und Durchführung der Abschlussarbeit nachzudenken, geeignete Theorien und Methoden der Literaturwissenschaft zu erarbeiten sowie Projekte zu präsentieren und zu diskutieren. Auch der Wiederholung und Vertiefung zentraler wissenschaftlicher Arbeitstechniken wird im Kolloquium Raum gegeben.

Um den Bedürfnissen der individuellen Arbeitsphasen zu entsprechen, wird die Veranstaltung an Terminen stattfinden, die in Absprache mit den Teilnehmenden festgelegt werden. Wenn Sie Interesse an der Veranstaltung haben, kommen Sie bitte auf jeden Fall in die erste Sitzung am 10. April. An diesem Termin findet eine allgemeine Einführung in die Konzeption des Kolloquiums und die Festlegung der Termine statt.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 10.04.2018 - 17.07.2018)

BBM 2c - (Selbst-)Überwachung in Literatur, Theater und Kinofilm

Sabrina Huber

„I do not want to live in a world where everything I do and say is recorded." „Das sind aber Dinge, über die darf man nicht diskutieren, die muss man einfach machen! […] Deshalb: null Toleranz bei Innerer Sicherheit.” „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft: wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit” „What makes the all-encompassing control of our lives so dangerous is not that we lose our privacy, that all our intimate secrets are exposed to Big Brother. There is no state agency able to exert such control – not because they don't know enough, but because they know too much.” „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.”

Wir leben in einer Welt der permanenten (Selbst-)Überwachung: Sicherheit, Gesundheit, Risikoverringerung, Leistungssteigerungen, Kommunikation – Gründe gibt es viele. Doch ein selbstüberwachtes Leben hat seinen Preis.

Mittlerweile diskutiert nicht nur die Gegenwartsliteratur in Romanen und Essays das Thema, sondern auch der Kinofilm und das Theater. Klassiker wie der Überwachungsroman 1984 von George Orwells oder Ödön von Horváths Jugend ohne Gott werden in andere Medien transformiert und dabei zeitgenössisch aktualisiert.

Das Seminar spürt diesen Verarbeitungen des Überwachungsdiskurses nach und setzt sich mit den Phänomenen der (Selbst-)Überwachung anhand verschiedener theoretischer Überlegungen (M. Foucault, G. Deleuze, D. Lyon …) auseinander. Mithilfe unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen wird diskutiert, wie die Romane, Theaterstücke und Filme Überwachung thematisieren und erzählen.

Gelesen werden voraussichtlich:

  • George Orwell: 1984

  • Ödön von Horváths Jugend ohne Gott

  • Juli Zeh: Corpus Delicti sowie Essays

  • Eugen Ruge: Follower

  • Dazu: Theaterbesuche und ein Film.

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 09.04.2018 - 16.07.2018) - 2332.01.68
  • Montag, 18:30 - 21:00 (Einzeltermin, 28.05.2018 - 28.05.2018) - 2332.01.68

BBM 2c - E. T. A. Hoffmanns Erzählungen

M.A. Johannes Markus Waßmer

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, 1776 geboren, ist der große Universalkünstler der Romantik. Mit seiner großen künstlerischen Begabungen in der Musik, Kunst und Literatur geraten immer wird in Konflikt mit seiner eigentlichen Profession als Jurist. Seine allzu deutlichen Karikaturenzeichnungen von Kollegen und Adeligen provozieren 1802 seine Versetzung. Einige Jahre später verweigert er einen Eid auf Napoleon und wird Kapellmeister, bevor er in den Staatsdienst zurückkehrt und 1822 nach einer zu deutlichen politischen Anspielung in einem seiner Märchen ein Disziplinarverfahren erwartet. Hoffmann stirbt im selben Jahr an den Folgen der Syphilis. Mit großem satirischem Humor widmet sich E.T.A. Hoffmann in seinem breiten literarischen Œuvre dem immer wieder aufbrechenden Konflikt zwischen Leben und Kunst – Oberfläche und Tiefe, Vernunft und Wahnsinn –, den zu überwinden und zu neuer, höherer Einheit zu bringen sich die Romantik eigentlich zur Aufgabe gemacht hatte. Wir werden gemeinsam einzelne Novellen aus Hoffmanns Zyklen besprechen und interpretieren, voraussichtlich unter anderen Das Bergwerk zu Falun, Der goldne Topf und Das Fräulein Scuderi.

Zudem werden wir uns in diesem Grundseminar Techniken und Methoden literaturwissenschaftlichen Arbeitens aneignen. Dazu nähern wir uns dem Œuvre E.T.A. Hoffmanns aus verschiedenen methodischen und theoretischen Richtungen und deuten es aus hermeneutischer, intertextueller, intermedialer und psychoanalytischer sowie aus diskursanalytischer Perspektive. Neben den entsprechenden Primärtexten werden im Semesterapparat entsprechende theoretische und methodische Texte bereitgestellt, anhand derer wir uns die methodischen Zugriffe auf den Text erarbeiten und diese dann auf den Roman anwenden.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018)

BBM 2c - Literarische Dystopien

Dr. Florian Trabert

Als Gegenentwurf zum aufklärerischen Fortschrittsoptimismus entstehen im 19. Jahrhundert die ersten literarischen Dystopien. Der idealtypischen Gesellschaftsordnung der Utopie stellen Dystopien zukunftspessimistische Szenarien entgegen, deren zentrale Merkmale – scharfe Klassengegensätze, totalitäre Regime, repressive Überwachungsapparate – stets als kritische Auseinandersetzungen mit zeitgenössischen gesellschaftlichen Tendenzen zu verstehen sind. Die Interpretation und Analyse von Alfred Kubins Die andere Seite (1909), Arno Schmidts Die Gelehrtenrepublik (1957) und Juli Zehs Corpus Delicti (2009) wird die Gelegenheit bieten, verschiedene literaturwissenschaftliche Theorien wie die Psychoanalytische Literaturinterpretation, die Raumtheorie und die Diskursanalyse zu erproben. Um die mediale Perspektive zu erweitern, wird auch die dystopische Fernsehserie Black Mirror (2011ff.) in die Seminararbeit einbezogen.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 10.04.2018 - 17.07.2018) - 2332.01.68

BBM 2c - Veza Canetti, Ingeborg Bachmann, Elfriede Jelinek: österreichische Autorinnen des 20. Jahrhunderts

Robin-Martin Aust

Der Staat und das Land Österreich und die politischen und sozialen Umwälzungen des 'kurzen' 20. Jahrhunderts sind eng miteinander verknüpft: die k.u.k.-Doppelmonarchie, der Austrofaschismus, der 'Anschluss' an NS-Deutschland und die Gründung der Zweiten Republik brachten je ihre eigenen Norm- und Wertesysteme mit, die sich natürlich auch im kulturellen und künstlerischen Schaffen niederschlugen. Die Literatur der 'Alpenrepublik' soll in diesem Seminar stichprobenartig anhand dreier zentraler Autorinnen des 20. Jahrhunderts unterucht werden: Veza Canetti (*1897-1963), Ingeborg Bachmann (*1926-1973) und Elfriede Jelinek (*1946) setzen sich in ihren literarischen Werken auf ganz unterschiedliche Weise mit Heimat, nationalen Verantwortung, den je aktuellen Machtstrukturen, der eigenen wie der nationalen wie geschlechtlichen Identität und Rolle auseinander.Über grundlegende erzähltheoretische Beschreibungskategorien hinausgehend sollen in diesem Seminar unterschiedliche literaturwissenschaftliche Methoden und Theorien erlernt und angewendet werden, um auf das weitere Studium der Literaturwissenschaft vorzubereiten: Die Vielfältigkeit der von diesen Autorinnen verfassten Texte erlaubt es, unterschiedliche Analyse- und Interpretationsmethoden exemplarisch anzuwenden, angefangen bei psychoanalytischen, diskursanalytische, gendertheoretischen hin zu strukturanalytischen oder raumtheoretische Herangehensweisen. Ebenso sollen intertextuelle und intermediale Transformationsweisen wie auch grundlegende filmtheoretische Konzepte anhand der Verfilmung von Jelineks 'Die Klavierspielerin' (2001, Regie: Michael Haneke).

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.04.2018 - 18.07.2018)

BBM 2c - Von der Hermeneutik zu den Human-Animal Studies. Alte und neue Theorien, Konzepte und Methoden der Literaturwissenschaft

Maike Rettmann

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit literarischen Texten stellt Studierende vor verschiedene Herausforderungen: Nicht nur müssen die Techniken und Prämissen wissenschaftlichen Arbeitens umgesetzt und Erkenntnisinteressen entwickelt werden – vor allem die Frage, mit welchen Theorien, Konzepten und Methoden sich verschiedene literarische Texte erschließen und literaturwissenschaftliche Fragestellungen verfolgen lassen, sorgt oft für Kopfzerbrechen.

Das Seminar eröffnet seinen Teilnehmer/innen die Möglichkeit, anhand ausgewählter literarischer Texte sowohl traditionelle als auch neuere und/oder randständigere Theorien, Konzepte und Methoden literaturwissenschaftlicher Interpretation kennenzulernen, zu erproben und kritisch zu diskutieren. Neben traditionellen Ansätzen der Hermeneutik, der Psychoanalyse und der Gender Studies liegt ein Schwerpunkt auf Konzepten der Metapherntheorie, Human-Animal Studies und Interkulturellen Literaturwissenschaft.

Voraussichtlich im Seminar besprochen werden:

  • Theodor Fontane: Effi Briest (1894)
  • Oskar Panizza: Aus dem Tagebuch eines Hundes (1892)
  • Franz Kafka: Ein Landarzt (1918) oder Vor dem Gesetz (1915)
  • in Auszügen: Anne Duden: Steinschlag (1993) oder Das Judasschaf (1985)
  • in Auszügen: Sherko Fatah: Das dunkle Schiff (2008)
  • in Auszügen: Herta Müller: Atemschaukel (2009)

  • Montag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.04.2018 - 16.07.2018)

BBM 2c- „Krankheit zum Tode“ – Goethes Die Leiden des jungen Werthers in methodischen Lektüren

Tim Alexander Willmann

„Als der Medicus zu dem Unglücklichen kam, fand er ihn an der Erde ohne Rettung, der Puls schlug, die Glieder waren alle gelähmt. Über dem rechten Auge hatte er sich durch den Kopf geschossen, das Gehirn war herausgetrieben. Man ließ ihm zum Überfluß eine Ader am Arme, das Blut lief, er hohlte noch immer Athem.“ (Werther [B], FA, S. 265)


Generationen von Lesern schon bereitet Werther Kopfzerbrechen – es sei aus nachempfindender Leidenschaft mitfühlender Herzen im Zuge des „Werther-Fiebers“ oder aus Ekel vor der sehnsuchtsvollen Schwärmerei dieser zutiefst empfindsamen Seele … nicht selten erwogen Leser beider Lager, sich möglichst bald die Kugel zu geben … und wären so oder so auf Goethes Briefroman reingefallen.


Fast könnte man meinen, das Seminar verfolge eine therapeutische Stoßrichtung, indem es versucht, Werthers eigene Diagnose seiner „Krankheit zum Tode“ nachzuzeichnen... Ruhig Blut, auch wenn wir manches Mal einen Klopstock zur Hand nehmen, besteht im Seminar keine Lebensgefahr. Es geht eher darum, mithilfe eines einzustudierenden Tableaus von Theorien und Methoden besonnene Zugänge zum Text zu schaffen. Wenn man bedenkt, dass schon Aristoteles in De anima über Methode laboriert, ist die Frage nach der angemessenen Methode gar nicht mal so neu, dafür aber umso wichtiger. Das Seminar schöpft aus einem reichen Theorien- und Methodenrepertoire; hermeneutische, psychoanalytische, intertextuelle und narratologische Zugänge werden den Schwerpunkt bilden, um den Werther hinsichtlich folgender Themen zu durchwandern: Goethes Briefroman als literarische Form, das Verhältnis von Natur und Kunst, Künstlertum und Dilettantismus, Werthers Züge von Ulyss, Ossian und Christus.

Am Ende sollten Sie Goethes Werther so differenziert kennen wie Ihre eigene Westentasche.

Werther oder Theorie, die Auseinandersetzung mit beidem ist die Mühe allemal wert.

  • Freitag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 13.04.2018 - 20.07.2018)

BBM 2d - "Wo wir hinschauen Ideenausschlachter" - Thomas Bernhard und seine Nachfolger

Robin-Martin Aust

»[D]as beobachten wir immer wieder, wie eine Idee aufgegriffen und schamlos ausgenützt wird von Hunderten von Nachmachern, und wie dadurch versucht wird, diese Idee zu vernichten, aber ist die Idee gut, ist sie nicht zu vernichten.« (Bernhard: Korrektur, S. 212)

 

Thomas Bernhard, der im Nachkriegsösterreich einst geächtete und mit Auslieferungsverboten bedachte ›Nestbeschmutzer‹, ist längst im pop- und trivialkulturellen Bewusstsein verankert – oder besser: einige von Bernhards literarischen Eigenheiten und Mannerismen sind längst im pop- und trivialkulturellen Bewusstsein verankert. So entstanden und entstehen Texte, die das Werk Thomas Bernhards inszeniert, interpretiert, adaptiert oder transformiert haben. Diverse deutschsprachige Autoren (Werner Kofler, W.G. Sebald, Rainald Goetz, Elfriede Jelinek, Birgit Vanderbeke, Norbert Gstrein, Gert Jonke, Alexander Schimmelbusch, Lilian Faschinger, Moritz von Uslar, Eckhart Nickel) standen bereits – so der Titel eines Aufsatzes von Uwe Betz – mit mal mehr, mal weniger eindeutiger Beweislage ›unter Bernhard-Verdacht‹. Auch international und intermedial erfährt das Werk und die Person Bernhards literarische Würdigung, beispielsweise in den Texten von Matias Enard, Barbara Markovic, Ricardo Piglia, Horacio Castellanos Moya, Yasmina Reza, Gemma Salem, William Gaddis, Tim Parks, John Fosse, Gabriel Josipovici, Wojciech Kuczok wie auch in der Comic-Adaption durch Nicolas Maler oder Vertonungen durch Lukas Haselböck, das Upper Austrian Jazz Orchestra oder den späeren Kläger im Holzfällen-Skandal, Gerhard Lampersberg. Kurz: das Interesse von Kultur und Literatur, aber auch das der Literaturwissenschaft an Bernhard ist ungebrochen.

In diesem Seminar soll nicht nur betrachtet werden, welche Autoren beispielsweise in ihrem Schreiben von Bernhards »ausladenden Wort- und Satzungetümen« oder den für ihn typischen Plotstrukturen und Konstellationen beeinflusst worden sind. Stattdessen sollen auch diejenigen Werke betrachtet werden, in denen gerade die Rezeption und Transformation von Texten, Plotstrukturen, Figuren oder der öffentlichen Figur und realen Person Bernhards selbst metafiktional reflektiert und somit zum zentralen, markierten Element wird. Dies wird exemplarisch an Texten Bernhards, aber auch an ihren unterschiedlichen Adaptionen umgesetzt, um einen Überblick über das Spektrum der unterschiedlichen Rezeptionsphänomene und -spielarten in unterschiedlichen Medien zu bieten.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018)

BBM 2d - Erzählkunst des 19. Jahrhunderts: Stifter, Grilllparzer, Storm, Raabe und Meyer

apl. Prof. Dr. Daniel Hoffmann

Die erzählende Literatur des 19. Jahrhunderts ist vor allem durch den poetischen Realismus geprägt. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Erzählungen, die inzwischen zum Kanon der deutschen  Literatur der Neuzeit gehören. Im Seminar werden einige dieser  Erzählungen gelesen, die sich durchaus mit modernen Themen beschäftigen, z.B. Johann Wolfgang von Goethes "Der Mann von funfzig Jahren" mit dem Thema Anti-Aging, Adalbert Stifter: Der Condor, Franz  Grillparzer: Der arme Spielmann, Berthold Auerbach: Sträflinge (als Beispiel für die Dorfgeschichte), Gottfried Keller: Frau Regel Amrain und ihr Jüngster, C.F. Meyers "Das Leiden eines Knaben" mit dem Thema Mobbing in der Schule,  Theodor Storm: Pole Poppenspäler, Wilhelm Raabe: Im Siegeskranze,  Theodor Fontanes "Schach von Wuthenow" mit dem Thema Mobbing in Sozialen Netzwerken, Marie von Ebner-Eschenbach: Die Freiherren von Gemperlein.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 11.04.2018 - 18.07.2018)

BBM 2d - Simplicissimus Teutsch

Tim Heidemann

Liebe Studierende,

in diesem Seminar erwartet Sie ein Ausflug in die frühe Neuzeit: Barock, Krieg, Utopien und Kulturstiftung – um nur einige der Diskurse zu nennen, in denen wir uns bewegen werden.

Ein wichtiger Teil des Seminars wird die Auseinandersetzung mit allegorischem Schreiben sein: Wir werden erkennen, dass die Allegorie als zentrales Machtelement den Roman beherrscht und ihn am Leben erhält. Dabei werden kurze Ausflüge in die Semiotik, die Reformation und Religion interessant. Auch Walter Benjamin wird uns bei der Analyse begleiten und seine Ausführungen zum Aufladungswahn im Barock werden grundlegende Einsichten und Ergebnisse liefern. Gegen Ende wird es eine Einheit zu Gender Studies geben und auch ein Blick in die Moderne (Brecht) sei uns gewährt.

Es ist mehr als empfehlenswert, den Roman bereits vor Beginn des Seminars gründlich gelesen zu haben, da so ein ausgiebiger literarischer Austausch vereinfacht wird. Die Sekundärliteratur wird online zugreifbar sein.

Ich freue mich auf Sie und auf ein produktives sowie herausforderndes Proseminar.

Bei Rückfragen können Sie mich immer gern unter timheidemann@web.de erreichen.

  • Dienstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.04.2018 - 17.07.2018)

BFM 2b / MGM 2a - Thomas Manns Familienromane: 'Buddenbrooks' und 'Der Erwählte'

Dr. Florian Trabert

Dass der „Familie“ im Werk Thomas Manns eine zentrale Rolle zukommt, ist zunächst biographisch begründet: Mann entstammte einer traditionsreichen Lübecker Kaufmannsfamilie und war selbst das Oberhaupt einer vielköpfigen Künstlerfamilie. Über diesen biographischen Hintergrund hinaus bildet das Themenfeld „Familie“ in Manns Werken einen Schnittpunkt biologischer, medizinischer, juristischer, philosophischer und religiöser Diskurse, deren Zusammenspiel vor allem durch Manns vielschichtige Auseinandersetzung mit Schopenhauer, Wagner und Nietzsche bestimmt ist. Im Zentrum der Seminararbeit werden mit Thomas Manns erstem Roman Buddenbrooks (1901) und letztem vollendetem Roman Der Erwählte (1951) zwei Texte stehen, die dem Genre des Familienromans angehören und exemplarisch für Manns Früh- und Spätwerk sind.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018)

Dissertationsprojekte aus dem Schwerpunkt Mythos, Ideologie und Methoden

apl. Prof. Dr. Peter Tepe

Diese Veranstaltung richtet sich an Promovenden, die unter meiner Leitung an einem Dissertationsprojekt arbeiten. Ziel ist es, möglichst viele der über 20 Projekte in den nächsten Jahren zu einem Abschluss zu bringen.

E-Mail: tepe@phil.hhu.de

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018)

Lesekreis: "Vergessene Schriftsteller/innen - Vergessene Texte"

Maike Rettmann

Zu früh gestorben, ins Irrenhaus verbannt, als schreibende Frau unterschätzt, während der nationalsozialistischen Herrschaft "ausgesondert" Gründe für den Rezeptionsabbruch bestimmter Texte gibt es ebenso zahlreiche, wie es vergessene Schriftstellerinnen und Schriftsteller gibt. Der Lesekreis "Vergessene Schriftsteller/innen Vergessene Texte" widmet sich der Wiederentdeckung und Neuerschließung literarischer Texte, die in der wissenschaftlichen Forschung bislang kaum beachtet wurden und im kulturellen Gedächtnis keinen Standort haben. In einer gleichberechtigten Mischung aus intuitiven und wissenschaftlichen Textzugriffen richtet sich der Lesekreis im Rahmen des fächerübergreifenden Wahlpflichtbereichs an interessierte Studierende aller Fakultäten.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (ungerade Woche, 11.04.2018 - 20.07.2018)

MFM 2a - Casanova und Don Juan

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Neben dem Faust- gehört der Don Juan-Stoff zu den meistbearbeiteten Stoffen der Weltliteratur. Nach ihrer ersten literarischen Prägung durch Tirso de Molina hat die Figur des dämonischen Verführers besonders in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland die Dichter immer wieder beschäftigt, bis Molière dem Stoff 1665 seine klassische Fassung gab und Mozart ihn 1787 auf die Opernbühne brachte. Damit beginnt die Geschichte der Mozart-Interpretationen. Nach der Psychologisierung und morbiden Ästhetisierung der Don Juan-Figur im Fin de siècle nimmt sie im späteren 20. Jahrhundert absurde Züge an, wird existentialistisch gedeutet und von wechselnden, auch feministischen, Perspektiven aus demontiert. Das Seminar macht sich zur Aufgabe, Aufbau, Ausgestaltung und Zerstörung des Don Juan-Mythos über die Epochenschwellen hinweg bis in die unmittelbare Gegenwart aufzuzeigen und dabei Unterschiede zur Figur des venezianischen Schriftstellers, Abenteurers und legendären Liebhabers Giacomo Casanova (1725-1798) herauszuarbeiten. Untersucht werden neben einigen Auszügen aus Casanovas Memoiren exemplarische Dramen, Novellen und Gedichte, die um diese Figuren zentriert sind, sowie da Pontes und Mozarts Oper Don Giovanni.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.04.2018 - 18.07.2018)

MFM 2b - Krankheitsgeschichten: Medizin in Literatur und Film

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig, Univ.-Prof. Dr. Susan Winnett

Krankheitsgeschichten spielen in der Literatur und im Film eine große Rolle. Hier werden u.a. individuelle Krankheitserfahrungen geschildert, fiktive Handlungsrahmen ausprobiert, ärztliche Handlungen, Ärzt/-innen oder Patient/-innen in ihrem Patient-Sein karikiert, die medizinische Wissenschaft, ihre Formate und institutionellen Ausprägungen kritisiert. An den Texten und Filmen lässt sich zeigen, was als Krankheit und Gesundheit in einer jeweiligen Zeit verstanden wird und was an menschlicher Regung sowie zwischenmenschlicher Interaktion damit verbunden wird. Das Seminar geht diesen Fragen in interdisziplinärer Form nach. Aus literaturwissenschaftlicher, filmsemiotischer und medizinhistorischer Perspektive werden ausgewählte literarische Werke und Filme inhaltlich und formal analysiert, ihre medizinhistorischen Kontexte ergründet und ihre Darstellungen medizinischer Situationen diskutiert. Es wird eine Lektüre von ca. 60 Seiten pro Woche vorausgesetzt.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.04.2018 - 11.07.2018)

MGM 2a/b - Berlin im Roman und im Film

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Um 1900 wird die Großstadt mit ihren Verkehrsadern, ihren Kaufhäusern, ihren Medien, ihren neuen Formen urbanen Lebens, ihrer modernen Unterhaltungskultur und ihrer Halb- und Unterwelt auch in Deutschland zum Thema der Literatur und verändert deren Darstellungsformen. In der Endphase der Weimarer Republik schildern der Arzt Alfred Döblin und die Journalistin Gabriele Tergit das Berlin der 1920er Jahre, sie mit Fokus auf den Niedergang des korrupten Bürgertums, er mit Fokus auf die Überlebenstechniken von aus der Haft entlassenen Straftätern, Arbeitslosen, Ganoven und Prostituierten. Kurz bevor der Nationalsozialismus wieder Mutterorden verteilt, gibt Irmgard Keun ein ambivalentes Portrait der „Neuen Frau” in der Großstadt. Das Seminar macht sich zur Aufgabe, die drei Berliner Zeitromane der Weimarer Republik, Döblins Berlin Alexanderplatz (1929), Tergits Käsebier erobert den Kurfürstendamm (1931) und Keuns Das kunstseidene Mädchen (1932) mit Berlin-Romanen zu vergleichen, die nach der „Wende” entstanden sind und auf die Geschichte der geteilten Stadt Berlin Bezug nehmen: Jakob Arjounis Magic Hofmann (1996), Thomas Brussigs Am kürzeren Ende der Sonnenallee (1999), Sven Regeners Herr Lehmann (2001) und Christa Wolfs Leibhaftig (2002). So können zwei historische Umbruchsphasen. Ihre Auswirkungen auf die Stadt und die Weisen ihrer ästhetischen Reflexion erfasst werden. Rainer Werner Fassbinders 14-teiliger Fernsehfilm Berlin, Alexanderplatz (BRD 1980) wird in Auszügen mit einbezogen, Leander Haußmanns Film Herr Lehmann (BRD 2003) als ganzer.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 12.04.2018 - 19.07.2018)
  • Mittwoch, 18:30 - 21:00 (Einzeltermin, 25.04.2018 - 25.04.2018)
  • (wöchentlich)

MMA-Kolloquium / Doktorandenkolloquium (Blockveranstaltung)

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig

Das Master- und Doktorandenkolloquium dient der Präsentation von laufenden Forschungsprojekten. Es gibt Gelegenheit zur Vorstellung von Konzepten sowie zur Diskussion methodischer Ansätze und bereits erarbeiteter Forschungsergebnisse. Es findet nach Vorbereitungssitzungen in Form eines Blockseminars statt. Der Termin für die Blockveranstaltung wird in Absprache mit den Teilnehmenden festgelegt. Um Voranmeldung bei der Dozentin wird gebeten.

Eine erste Vorbesprechung zur Themen- und Terminkoordination für das Master-/Doktorandenkolloquium

findet statt am : Di., 24.04.18 - 12.30-14.00 Uhr  in meinem Büro, Geb. 24.52, Raum U1.33.

 

Termine für die Blocktage:

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 24.04.2018 - 24.04.2018)

TutaS für ausländische Studierende zu den Grundseminaren BBM 2c

Hendrik Cramer

Im Rahmen dieses Tutoriums sollen die in den Methodenseminaren (BBM 2c)
behandelten Literatur-/Kulturtheorien wiederholt und vertieft werden.
Besprochen werden u.a. Hermeneutik, Grundzüge der psychoanalytischen
Literaturwissenschaft, Gender Studies und Intertextualitätstheorie.
Außerdem sollen in einem zweiten inhaltlichen Block die Grundzüge
literaturwissenschaftlichen  Arbeitens - speziell in Bezug auf die
anstehenden Hausarbeiten - besprochen werden. Von Themenfindung,
Bibliographieren und Literaturbeschaffung bis hin zu Zitation und
Literaturangaben werden wir Schritt für Schritt die Erstellung einer
wissenschaftlichen Arbeit einüben. Erasmusstudierende sind - ebenso wie
muttersprachliche Studierende - herzlich willkommen. Für den Erwerb der
CPs ist ein Abschlusstest obligatorisch, weitere Angaben hierzu in der
ersten Sitzung. Erasmusstudierende, die eine Note benötigen, können nach
Absprache ggf. auch einen benoteten BN erwerben.

ACHTUNG: DAS TUTORIUM FINDET ERST AB DEM 18.04.18 STATT!!

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 18.04.2018 - 18.07.2018) - 2491.U1.61 (Z 25)

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