Aktuelles Lehrangebot

BBM 2a Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft

Die Vorlesung möchte die wichtigsten Konzepte zur Analyse und Interpretation der drei Grundgattungen Lyrik, Drama und Epik vorstellen. Grundlagen der Metrik und Rhetorik, der Dramenanalyse sowie der Narratologie werden dabei im Mittelpunkt stehen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Untergattungen gelegt, die sich innerhalb der deutschsprachigen und europäischen Literaturgeschichte durch eine beständige Verwendung auszeichnen - wie das Sonett, die Tragödie oder die Novelle -, um Kontinuitäten und Brüche innerhalb dieser Gattungstraditionen sichtbar zu machen. Allen Teilnehmern wird dringend die Anschaffung und Lektüre von Goethes Werken Faust I und Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten empfohlen, da diese besonders häufig als Beispiele herangezogen werden. Die Vorlesung richtet sich an Studierende, die in der Prüfungsordnung 2011/13 eingeschrieben sind.

  • Montag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 08.10.2018 - 04.02.2019) - 2332.U1.44

BBM 2c Vom Atomzeitalter zur Wasserfallfinsternis - Schweizer Literatur nach 1945

Mit der Schweizer Literatur ist es wie mit der Schweiz selbst: sie ist vorhanden, aber im deutschsprachigen Raum auf den ersten Blick nicht allzu präsent; dem Isolationismus des Landes entspricht die Unterrepräsentiertheit seiner Literatu. Dies gilt besonders für den Zeitraum nach 1945; Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt sind zwar Literatur von Weltruhm, doch damit erschöpft sich die Rezeption schweizer Nachkriegsliteratur zumindest im Bewusstsein der Öffentlichkeit bereits.

Ziel dieses Seminars ist es einerseits, Tendenzen und Entwicklungslinien in der Schweizer Literatur nach 1945 anhand ausgewählter Texte bekannter wie unbekannterer Schweizer Autoren nachzuzeichnen; gleichzeitig soll dieses Methodenseminar grundlegende Techniken literaturwissenschaftlichen Arbeitens wie auch literaturwissenschaftliche Methoden und Zugänge vermitteln. Über grundlegende erzähltheoretische Beschreibungskategorien hinausgehend sollen in diesem Seminar unterschiedliche literaturwissenschaftliche Methoden und Theorien erlernt und angewendet werden, um auf das weitere Studium der Literaturwissenschaft vorzubereiten. Die Vielfältigkeit der ausgewählten Texte erlaubt es, unterschiedliche Analyse- und Interpretationsmethoden exemplarisch anzuwenden.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2018 - 30.01.2019) - 2513.U1.24 (Z 32)

BBM 2d : „Früher war das alles so schön pubertär hingerotzt und jetzt ist es angestrengte Literatur.“ – Adoleszenzromane

Keine Entwicklungsphase des menschlichen Lebens ist so dezidiert von Umwälzungsprozessen geprägt wie die Adoleszenz. Dabei findet Individuation nicht immer einvernehmlich mit den Ansprüchen und Gepflogenheiten des soziokulturellen Umfelds statt, sondern stemmt sich diesem mit juvenilem Selbstbehauptungsdrang entgegen: „Vielleicht war Erwachsenheit nie etwas anderes als ein verschlüsseltes Wort für das, was nach dem Verzweifeln kommt.” (Peter Sloterdijk)

In der künstlerischen Auseinandersetzung mit Adoleszenz nimmt das Erzählen eine besondere Rolle ein, da es das Widerspiel innerer und äußerer Konfliktherde sowohl mimetisch darstellen, als auch literarisch verhandeln kann. Während Bildungs- und Erziehungsromane eine gelingende Integration ihrer gereiften Protagonisten in die Welt der Erwachsenen schildern, erzählt der Adoleszenzroman vom Scheitern dieses Bildungskonzepts.

Das Seminar unternimmt den Versuch, anhand signifikanter Werke die Geschichte des Adoleszenzromans zu skizzieren. Nach einem Blick auf seine Ursprünge im deutschsprachigen Raum stellen wir konstitutive Gattungsmerkmale auf, wobei der Gattungsbegriff kritisch hinterfragt werden soll. In der anschließenden Diskussion der Romane sollen zum Verständnis ihrer spezifischen Programmatik auch ihre jeweiligen geistes- und literargeschichtlichen Entstehungskontexte antizipiert werden.

 

Gelesen werden:

Hermann Hesse: Unterm Rad (1906)

Robert Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906)

Jerome D. Salinger: The Catcher in the Rye (1951, dt. 1956)

Christian Kracht: Faserland (1995)

Wolfgang Herrndorf: Tschick (2010)

Helene Hegemann: Axolotl Roadkill (2010)

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 31.01.2019) - 2332.02.54
  • Donnerstag, 16:30 - 20:00 (Einzeltermin, 13.12.2018 - 13.12.2018) - 2421.03.86 (Z34)
  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (Einzeltermin, 07.02.2019 - 07.02.2019) - 2332.02.54

BBM 2d: Johann Wolfgang von Goethe - Dichtung und Wahrheit

Goethe schreibt in Dichtung und Wahrheit: "Davon sollte in der  
Geschichte, vorzüglich aber in der Biographie die Rede sein: denn  
nicht insofern der Mensch etwas zurückläßt, sondern insofern er wirkt
und genießt und andere zu wirken und zu genießen anregt, bleibt er von
Bedeutung." Das sollte auch für eine Lektüre von Goethes "Dichtung und
Wahrheit" heute noch gültig sein. Das Seminar wird sich speziell den
verschiedenen literarischen Formen  widmen, die Goethe in seinem
autobiographischen Dichten thematisiert.  Hier wären zu nennen: das
Puppenspiel, das Märchen, die Lektüre der  Bibel, private Liebesbriefe
und öffentliche Krönungsfeier, Sakramente  und Schreiben, Goethe und der
Pietismus.

  • Montag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 08.10.2018 - 28.01.2019) - 2332.00.66

BEM 2b / BBM 2b Einführungsseminar Gattung: "... wie in einem lebendigen Ur-Ei"- Balladen als Grund von Lyrik, Epik und Dramatik?

*Klingelingeling, Klingelingeling* Jenseits von gesundheitsgefährdenden Insektiziden im Kontext des Fipronil-Skandals des vergangenen Jahres lässt sich auch in anderer Hinsicht von Eiern reden. Das Titel gebende Zitat dieser Lehrveranstaltung stammt von keinem geringeren als Goethe. Eifrig hat der Dichter über dem Henne-Ei-Problem gebrütet: „War die Henne zuerst? oder war das Ei vor der Henne? Wer dies Rätsel erlöst, schlichtet den Streit um den Gott.”

Wer glaubt, der Dichter wäre nur ein weimarer Hühnerwirt gewesen, der ein Ei am Wandern gehabt hätte, verfehlt die Realität. Tatsächlich verweist die Metapher auf ein fundamentales philosophisches Problem: Letztbegründung. Kausalitätstheorien unterscheiden hierbei zwischen Ursache und Grund. Ursachen verketten sich in der Zeit zu einem Kausalzusammenhang, sodass Ursachen Wirkungen als Ursachen neuer Wirkungen bewirken – also aus Ursachen Wirkungen hervorgehen, die selbst wiederum Ursachen für andere Wirkungen sind, die ihrerseits abermals Ursachen bewirken und mit Blick auf die Genese des Huhns zu allem Überfluss auch noch eine Kreisbewegung annehmen. Bevor das ganze ins Eiern gerät auch anders ausgedrückt: Ohne Henne kein Ei, ohne Ei keine Henne. Indes ist der Grund eines Sachverhalts selbst nur Basis und nie Folge einer Ursache. Anders ausgedrückt sucht man so etwas wie ein „Ur-Ei” als Grund aller Hennen und Eier.

Goethe wendet die Metapher eines philosophischen Problems ins Poetologische, nicht ohne zugleich auch gattungstheoretische Implikationen zu treffen: Die Ballade sei das „Ur-Ei” der Dichtung, aus ihm schlüpfen gewissermaßen alle anderen Gattungen. Die Ballade als Letztbegründung der Dichtung? Ist diese Hypothese das Gelbe vom Ei?

Die etymologischen Ursprünge der Ballade liegen im Griechischen (ballein – werfen) und Lateinischen (ballare – tanzen). Mitnichten aber geht es bei der Ballade um das Werfen von Eiern oder gar um den Eiertanz (obwohl Goethe in den Lehrjahren hiervon unter den staunenden Augen Wilhelms seine[n] Mignon ein eindrucksvolles Exempel zum Besten geben lässt). Vielmehr vereinigt die Ballade als mehrstrophiges erzählendes Gedicht Merkmale der Hauptgattungen Lyrik, Epik und Dramatik. Daher eignet sie sich ideal als Ausgangspunkt für übergreifende Perspektiven einführenden Charakters zu allen Großgattungen. Gelesen werden voraussichtlich Texte von Goethe, Kleist, Hölderlin, Mörike, Fontane, Kafka und Th. Mann. Das finale Programm wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Sollte nun noch immer nicht Ihr Herz höher schlagen, so dürfte wenigstens Ihr Cholesterin-Spiegel angestiegen sein. Auch dies bewirkt zuweilen starkes Herzklopfen.

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 09.10.2018 - 29.01.2019) - 2332.01.41

BEM 2b / BBM 2b Einführungsseminar Gattung: Technokraten, Künstlermenschen und künstliche Menschen

Kunst und Technik stehen von jeher in einer engen Wechselbeziehung zueinander. Werke der Kunst stehen dabei nicht nur als illustratives, schmückendes Beiwerk neben den Errungenschaften der Technik, sondern thematisieren, integrieren oder subvertieren technischen Fortschritt in einem fiktionalen Kontext. Der Ausgangs- und Endpunkt dieser Reflexionen ist die Fiktion vom künstlichen Menschen, der die Literatur als Topos durchzieht; sein Gegenbild findet er in gewisser Hinsicht im Technokraten, der zwar nicht aus menschgemachter Technik besteht, aber sie zu beherrschen versucht, dabei aber immer mehr von ihr beherrscht wird.

Ziel dieses Seminar ist es einerseits, die unterschiedlichen Manifestationsformen technischen Fortschritts im Verhältnis zur Kunst und Literatur anhand eines breiten Spektrums unterschiedlicher Texte zu illustrieren; andererseits sollen anhand dieser Beispieltexte das Gefüge und die unterschiedlichen Konventionen der drei Großgattungen Lyrik, Epik und Dramatik erläutert, Entwicklungslinien nachgezeichnet und Analysekriterien erarbeitet werden.

  • Donnerstag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 31.01.2019) - 2332.00.66

BEM 2b / BBM 2b: Neue alte Einsamkeit(en): - Lyrik, Dramen und Prosatexte erzählen die Einsamkeit.

Der Psychiater Manfred Spitzer diagnostiziert in seinem kürzlich veröffentlichten Spiegel-Besteller die Einsamkeit als unerkannte Krankheit, die schmerzhaft, ansteckend und tödlich sei. Gerade in der gegenwärtigen, allzeit vernetzen und smarten Welt provoziert Spitzer: „Die Digitalisierung bringt Menschen nämlich nicht, wie oft behauptet wird, zusammen, sondern bewirkt eine Zunahme von Unzufriedenheit, Depression und Einsamkeit. Dies gilt insbesondere für die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter, WhatsApp, Youtube, Instagram oder Snapchat.” Gibt es also neue Einsamkeit(en) oder haben die alten nur ein neues Gewand? Einsamkeit und einsame Figuren finden sich in der Literatur quer durch alle Gattungen. Sie betrifft die Produktion ebenso wie die Rezeption von Texten: einsame Figuren, einsame Schreiber, einsame Leser.

 

Ziel der Veranstaltung ist es, einerseits die drei Großgattungen und ihre gattungspoetischen Merkmerkmale kennenzulernen und dabei andererseits Arbeitstechniken der germanistischen Literaturwissenschaft einzuüben. Das wollen wir anhand literarischer Texte erlernen, die die Einsamkeit thematisieren.

 

Begonnen wird mit einer Einführung in die Lyrik anhand ausgewählter Gedichte von u.a. Andreas Gryphius, Hermann Hesse, Mascha Kaléko oder Gertrud Kolmar. Der Analyse von Dramen wird sich angenähert anhand Schnitzlers Der einsame Weg und J. Zoderers Das Haus der Mutter. Das Seminar hat dann einen Schwerpunkt auf der Prosa. Gelesen werden unter anderem Herman Hesse, Judith Hermann und Ilma Rakusa.

 

 

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 07.02.2019) - 2332.00.66
  • Mittwoch, 16:00 - 18:00 (Einzeltermin, 31.10.2018 - 31.10.2018) - 2421.U1.24 (Z109)

BFM 2a / MGM 2a/b: Bürgerlicher Realismus

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führen die raschere Industrialisierung Europas und Veränderungen der Sozialstruktur und der Wissenschaftslandschaft in Deutschland zur Dominanz einer literarischen Stilrichtung, die als „Bürgerlicher Realismus” bezeichnet wird. Die Vorlesung gibt einen Epochenüberblick. Sie macht sich zur Aufgabe die literarhistorische Entwicklung von den Vorläufern im Vormärz (Büchner, Heine) über die 1848er Revolution bis zum frühen 20. Jahrhundert nachzuzeichnen, Wechselwirkungen zwischen Politik, wirtschaftlicher Entwicklung, Gesellschaftstheorie, Ästhetik und literarischer Praxis aufzuzeichnen und den Realismus in Deutschland mit Parallelentwicklungen in anderen europäischen Ländern zu vergleichen. Dabei werden Formen der Enttäuschungsverarbeitung und der kompensatorischen Wunscherfüllung in der Ästhetik des Nachmärz aufgezeigt. Der Begriff des „Poetischen Realismus”, wie er nach 1948 in programmatischen Texten entworfen und literarisch umgesetzt wird, wird vorgestellt. Neben den Dorfgeschichten Gotthelfs, Auerbachs und Kellers werden im zweiten Teil Romane und Novellen Annette von Droste-Hülshoffs, Kellers, Stifters, Freytags, Storms, Raabes und Fontanes im Hinblick auf die Darstellung des historischen Wandels von Machtkonstellationen, Standesnormen, Geschlechterverhältnissen und die idyllisierende Verschleierung sozialer Ungerechtigkeit untersucht. Auch wird gezeigt, wie die Selbstkritik des Realismus in den Alterswerken Kellers, Fontanes, Raabes und Hedwig Dohms den Übergang in die ästhetische Moderne vorbereitet.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 31.01.2019) - 2221.HS 2E (Z 181)

BFM 2b: Der Zyniker, der Frauenversteher, die Frau: Wilhelm Raabe, Theodor Fontane, Marie von Ebner-Eschenbach

Literarische Texte des Realismus stehen – wie Hugo Aust es formuliert hat – im Dienste zweier ‚Herrinnen‘: Kunst und Wirklichkeit. Anders als die deutschen Naturalisten streben die Realisten keine mimetische Abbildungskunst, sondern eine künstlerisch geformte Wirklichkeitspoesie an. Ausgehend von der Betrachtung zentraler Prämissen der realistischen Programmatik eröffnet das Seminar seinen TeilnehmerInnen die Möglichkeit, Werke dreier sehr unterschiedlicher AutorInnen des Realismus zu diskutieren, zu analysieren und zu interpretieren.

 

Der ‚Zyniker‘ Wilhelm Raabe verhüllt in seinen oft bitterbösen Texten unter heimeligen Stubenidyllen und skurrilen Handlungen die problemgeladene Diskrepanz zwischen Tradition und Fortschritt, Altem und Neuem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Zeitaktuelle Themen wie Umweltverschmutzung, Kolonialismus oder Kapitalismus finden ebenso Eingang in seine Texte, wie etwa die phantastischen Motive Teufelsbündner oder Wasserfrau.

Der ‚Frauenversteher‘ Theodor Fontane widmet sich in zahlreichen seiner Texte Problembereichen weiblicher Existenz: Naturkindhafte Landadelige, ehrgeizige Kleinbürgerinnen, gefallene Mädchen, von Blattern entstellte Ex-Schönheiten oder hexenhafte Alte reiben sich an den Konventionen und Erwartungshaltungen ihrer Zeit auf, scheitern oft, erringen gelegentlich aber auch (emanzipatorische) Siege.

Das literarische Lieblingsthema der ‚Frau‘ Marie von Ebner-Eschenbach ist die soziale Frage. Fern von naturalistischer Elendsschilderei stehen Zentrum ihrer Texte oft Figuren aus niederen Ständen, etwa Dienstmägde oder der Gemeinde überantwortete Verbrecherkinder. Das erzählerische Interesse der ‚Grande Dame des österreichischen Realismus‘ gilt aber auch spezifisch emanzipatorischen Themen, wie z.B. weibliche Berufstätigkeit.

 

Folgende Texte werden voraussichtlich im Seminar besprochen:

Wilhelm Raabe:

  • Keltische Knochen
  • Zum wilden Mann
  • Die Innerste

Theodor Fontane:

  • Schach von Wuthenow
  • Unterm Birnbaum
  • Mathilde Möhring

Marie von Ebner-Eschenbach:

  • Lotti, die Uhrmacherin
  • Das Gemeindekind

  • Montag, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 08.10.2018 - 28.01.2019) - 2421.03.82 (Z30)

BFM 2b: Die Ruine als literarischer Topos im 19. Jahrhundert

Die Ruine als literarischer Topos steht im Schnittpunkt ästhetischer, architektonischer und geschichtsphilosophischer Diskurse. Das Interesse des 19. Jahrhunderts an diesem Gegenstand lässt sich ideengeschichtlich auf den Historismus  zurückführen, der als Rückwendung zur und Bewahrung der Vergangenheit verstanden werden kann, dabei aber dialektisch auf das Fortschrittsdenken dieser Zeit bezogen bleibt. Ausgehend vom Ruinenmotiv in der romantischen Literatur und bildenden Kunst sollen mit Texten wie Johann Wolfgang Goethes Novelle, Adalbert Stifters Hochwald und Die Narrenburg sowie Theodor Storms Zur Chronik von Grieshuus vor allem Novellen und Erzählungen der Goethezeit und des Realismus im Mittelpunkt der Seminararbeit stehen. Die methodische Grundlage dieser Auseinandersetzung werden vor allem Raumtheorien sowie die Konzeption des kulturellen Gedächtnisses bilden. Kontrastierend sollen zum Abschluss zudem Texte der Nachkriegszeit in die Analyse einbezogen werden, die das Ruinenmotiv unter der gänzlich anderen geschichtlichen Erfahrung des Zweiten Weltkriegs einbeziehen.

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (wöchentlich, 09.10.2018 - 29.01.2019) - 2522.U1.52 (Z 48)

BFM 2b: Theodor Fontane - Romane und Filme

Theodor Fontane ist der literarische Porträtist des Militärstaats Preußen und ein Meister der Dialogisierung gesellschaftlicher Prozesse. Trotz der topographischen Enge der von ihm entworfenen Welt zählt er zu den bedeutendsten Realisten der europäischen Literatur. Er gilt als Klassiker des Gesellschaftsromans. Sein Figurenspektrum umfasst Menschen – insbesondere Frauen – aller Stände. An den Konflikten, in die sie mit ihrem Umfeld geraten, exemplifiziert er politische Strömungen, kulturelle Tendenzen, die Macht gesellschaftlicher Konventionen und historische Umbrüche. Diese Zusammenhänge werden anhand ausgewählter Erzählungen und Romanen verdeutlicht: an der Novelle „Schach von Wuthenow” (1882), den Berliner Romanen und Ehebruchsgeschichten „L’Adultera” (1882), „Cecile” (1887) und „Effi Briest” (1895), der bürgerlichen Gesellschaftssatire „Frau Jenny Treibel” (1892) und den Spätwerken „Mathilde Möhring” (posthum 1906/1969) und „Der Stechlin” (1898). Am Beispiel der drei „Effi Briest”-Verfilmungen von Gustaf Gründgens („Der Schritt vom Wege”, 1939), Rainer Werner Fassbinder (1974) und Hermine Huntgeburth (2009) können Unterschiede der Filmästhetik und der Textinterpretation durch die Regisseure und die Regisseurin verdeutlicht werden.

  • Mittwoch, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 10.10.2018 - 30.01.2019) - 2332.01.41
  • Mittwoch, 18:00 - 21:00 (Einzeltermin, 12.12.2018 - 12.12.2018) - 2332.01.41

Dissertationsprojekte aus dem Schwerpunkt Mythos, Ideologie und Methoden

Diese Veranstaltung richtet sich an Promovenden, die unter meiner Leitung an einem Dissertationsprojekt arbeiten. Ziel ist es, möglichst viele der über 20 Projekte in den nächsten Jahren zu einem Abschluss zu bringen.

E-Mail: tepe@phil.hhu.de

  • Donnerstag, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 01.02.2019) - 2421.00.90 (Z 23)
  • Mittwoch, 18:00 - 20:00 (Einzeltermin, 09.01.2019 - 09.01.2019) - 2453.U1.81

Germanistisches Weihnachtsquiz

Können Sie etwas mit dem Begriff Anapher anfangen? Kennen Sie „das Land wo die Zitronen blühn" und wissen Sie, wer „den 20. durchs Gebirg" ging? Dann sind Sie beim germanistischen Weihnachtsquiz genau richtig aufgehoben! Hier können Sie sich nicht nur an Glühwein und Keksen laben, sondern sich auch mit Ihren Kommilitonen messen und tolle Büchergutscheine gewinnen!

Bei Interesse bitten wir Sie, sich aus organisatorischen Gründen unverbindlich für die Veranstaltung hier im HIS LSF anzumelden!

  • Donnerstag, 16:00 - 22:00 (Einzeltermin, 13.12.2018 - 13.12.2018) - 2611.HS 6C (Z 248)

Lesekreis: "Vergessene Schriftsteller/innen - Vergessene Texte"

Zu früh gestorben, ins Irrenhaus verbannt, als schreibende Frau unterschätzt, während der nationalsozialistischen Herrschaft "ausgesondert" Gründe für den Rezeptionsabbruch bestimmter Texte gibt es ebenso zahlreiche, wie es vergessene Schriftstellerinnen und Schriftsteller gibt. Der Lesekreis "Vergessene Schriftsteller/innen Vergessene Texte" widmet sich der Wiederentdeckung und Neuerschließung literarischer Texte, die in der wissenschaftlichen Forschung bislang kaum beachtet wurden und im kulturellen Gedächtnis keinen Standort haben. In einer gleichberechtigten Mischung aus intuitiven und wissenschaftlichen Textzugriffen richtet sich der Lesekreis im Rahmen des fächerübergreifenden Wahlpflichtbereichs an interessierte Studierende aller Fakultäten.

  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (wöchentlich, 10.10.2018 - 30.01.2019) - 2332.00.66
  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 13.02.2019 - 13.02.2019) - 2453.U1.81
  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 27.02.2019 - 27.02.2019) - 2453.U1.81
  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 13.03.2019 - 13.03.2019) - 2453.U1.81
  • Mittwoch, 16:30 - 18:00 (Einzeltermin, 27.03.2019 - 27.03.2019) - 2453.U1.81

MFM 2a/b: Das Böse in Literatur und Film

Seit den Anfängen der europäischen Kulturgeschichte beherrscht eine Ästhetik des Schreckens die Themen und Motive der Literatur, seit Beginn des 20. Jahrhunderts auch des Films. Mit ihr verbunden sind die anthropologischen Fragen, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse sei, ob er einen freien Willen habe, der es ihm erlaubt, sich für das Gute oder für das Böse zu entscheiden. Während die Antike mehr von Schicksalsmächten ausgeht, personifiziert das Judentum das Böse in Gestalt des Satans, das Christentum in Gestalt des Teufels. Jenseits seiner phänomenalen Vielfalt blieb lange konstant, dass das Böse als Kehrseite des Göttlichen konzeptualisiert wurde. Seit dem späten 18. Jahrhundert wird es eher in der Triebnatur des Menschen verortet und damit psychologisch erklärt. Anhand von Texten von Goethe, E.T.A. Hoffmann, Georg Büchner, Robert L. Stevenson, Georg Heym, Alfred Döblin, Friedrich Dürrenmatt, Ferdinand von Schirach und Filmen von Fritz Lang, Michael Haneke u.a. werden in diesem Seminar religionsgeschichtliche, kriminalpsychologische, juristische und ästhetische Aspekte von Verbrechensdarstellungen in Literatur und Film ausgeleuchtet.

  • Mittwoch, 14:30 - 16:00 (wöchentlich, 10.10.2018 - 30.01.2019) - 2332.00.66

MGM 2a: Anthropomorphe Tierwesen und wo sie in der deutschsprachigen Literatur zu finden sind

Tiere können nicht sprechen. In der Literatur jedoch finden sich spätestens seit Aesop (um 600 v. Chr.), dem Begründer der europäischen Fabeldichtung, Tiere als sprechende Protagonisten, die aus Maul, Schnauze, Rachen und Schnabel über Verhaltensweisen und Lebensformen des Menschen sprechen und urteilen.

In diesem Seminar wird anhand ausgewählter literarischer Texte von der Klassik bis zur Gegenwart gemeinsam diskutiert, wie sich Darstellung und Funktion der anthropomorphisierten Tiere wandelt und inwiefern die Literatur im Tier die conditio humana reflektiert. Außerdem werden Texte aus der philosophischen Tierethik hinzugezogen und die Human-Animal-Studies in den Blick genommen. Während die Textauswahl in der ersten Hälfte des Semesters vorgegeben wird (E.T.A. Hoffmanns „Lebensansichten des Katers Murr“, Felix Saltens „Bambi“, Gottfried Keller „Spiegel, das Kätzchen“, Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“ usw.), soll über das weitere Programm gemeinsam abgestimmt werden; hier wird auch Raum für ihre Lektürevorstellungen sein.

  • Donnerstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 11.10.2018 - 31.01.2019) - 2421.03.82 (Z30)
  • Mittwoch, 16:30 - 22:00 (Einzeltermin, 16.01.2019 - 16.01.2019) - 2531.HS 5M (Z 110)

MMA 2 Master- und Doktorandenkolloquium

Beginn: Di., 23.10.2018 - 12.30-14.00 Einzelsitzung - in U1.81 - Geb. 24.53

                                     und Blocktage (Termine werden noch bekannt gegeben)

 

Das Master- und Doktorandenkolloquium dient der Präsentation von laufenden Forschungsarbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Es gibt Gelegenheit zur Vorstellung von Konzepten sowie zur Diskussion methodischer Ansätze und erster Forschungsergebnisse. Das Kolloquium findet in Form von monatlichen Treffen und zwei Blocktagen statt. Um Voranmeldung im Lehrstuhlsekretariat von Prof. Herwig wird gebeten.

 

  • Dienstag, 12:30 - 14:00 (Einzeltermin, 23.10.2018 - 23.10.2018) - 2453.U1.81
  • Dienstag, 14:00 - 16:30 (Einzeltermin, 04.12.2018 - 04.12.2018) - 2421.06.61 (Z20)
  • Dienstag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 15.01.2019 - 15.01.2019)
  • Dienstag, 10:00 - 16:00 (Einzeltermin, 22.01.2019 - 22.01.2019)

TutaS für ausländische Studierende zu den Einführungsseminaren BEM 2b und zur Einführungsvorlesung BBM 2a - "Einführung in die Neuere Deutsche Literaturwissenschaft"

Das Tutorium wiederholt und vertieft die Inhalte der Einführungsvorlesung in die Literaturwissenschaft von Dr. Trabert (BBM 2a; PO 2011/13) und der Veranstaltungen des Einführungsmoduls Neuere Deutschen Literaturwissenschaft (BEM 2; PO 2018). Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der intensiven Besprechung von möglichen inhaltlichen Fragen und konkreter Textarbeit. 


Erasmus-Studierende und ausländische Studierende als auch deutsche Studierende der Germanistik sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!

  • Dienstag, 10:30 - 12:00 (wöchentlich, 16.10.2018 - 29.01.2019) - 2502.00.36 (Z37)

Übersetzungstheorie (Blockveranstaltung)

Während das erste Wochenende des Kompaktseminars dem Studium klassischer Texte von Luther bis Benjamin - ein Reader wird zu Seminarbeginn ausgegeben - gewidmet ist, wobei Schleiermachers Akademieabhandlung "Ueber die verschiedenen Methoden des Uebersezens" (1813) im Mittelpunkt stehen soll, dient das zweite Wochenende der Vorstellung und Diskussion aktueller translationstheoretischer Positionen. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines entsprechenden Kurzreferats.

  • Samstag, 14:00 - 19:00 (Einzeltermin, 03.11.2018 - 03.11.2018) - 2421.U1.21 (Z50)
  • Sonntag, 10:00 - 17:00 (Einzeltermin, 04.11.2018 - 04.11.2018) - 2421.U1.21 (Z50)
  • Samstag, 14:00 - 19:00 (Einzeltermin, 01.12.2018 - 01.12.2018) - 2421.03.82 (Z30)
  • Sonntag, 10:00 - 17:00 (Einzeltermin, 02.12.2018 - 02.12.2018) - 2421.03.82 (Z30)

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